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Macht es euch unbequem!
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„Jeder Tannenbaum möcht’ ein Christbaum sein“, singt Stefanie Hertel aus dem Lautsprecher am Kreppelchenstand. Nun, was Tannenbäume wirklich wollen, wissen wir nicht. Was die Baumhändler in diesen Tagen tun, schon: Sie sind längst nicht mehr mit dem Schlagen der Tannen beschäftigt.
Von Beatrix Heinrichs
Nein, das Geschäft brummt seit Wochen. Der Trend nämlich geht zum Adventsbaum. Warum die teure Tanne nur für ein paar Tage aufstellen, denken sich wohl viele. Ist doch viel schöner, die festliche Stimmung der beleuchteten und geschmückten Zweige bereits in den Adventswochen zu genießen.
Ich bin wirklich kein Weihnachts-Grinch. Ich mag Plätzchen, Kerzenschein und Lieder. Aber den Christbaum im Advent aufzustellen, damit kann ich mich nicht anfreunden. Advent, das heißt: warten. Zugegeben, keine leichte Übung. Sie erfordert Geduld – eine unbequeme Kulturtechnik in einer Zeit, in der alles jederzeit verfügbar ist.
Im Advent warten wir auf das Kind, das Licht der Welt. Es mag sein, dass ein erleuchteter Adventsbaum die Strahlkraft des Weihnachtswunders nicht mindert. Der Kontrast aber macht den Unterschied. Ich habe es als Kind so erlebt. Wenn die Tanne aus dem Wartestand im dunklen Keller geholt wird, ist sie ein Nadelbaum wie jeder andere. Und wenn man am Heiligen Abend zum ersten Mal vor dem erleuchteten Baum steht – was für ein Fest! Das Warten lohnt sich.
Autor:Beatrix Heinrichs |
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