Sachsen-Anhalt
Kirche warnt: Kein Umdenken bei der AfD

Foto: epd-bild/Christian Ditsch

Magdeburg (KNA) Die AfD wird in Sachsen-Anhalt nach Ansicht der katholischen Kirche nicht von ihrem kirchenfeindlichen Kurs abrücken. Auch wenn die AfD von ihrer ursprünglichen Forderung, die Staatsleistungen an die Kirchen komplett zu streichen, abgerückt sei, bleibe doch die Grundrichtung, die Kirchen zu schwächen, sagte der Leiter des Katholischen Büros Sachsen-Anhalt, Mathias Bethke, im Podcast "Mit Herz und Haltung" der Katholischen Akademie Dresden.

Das beschlossene AfD-Wahlprogramm für die Landtagswahl am 6. September fordert, die Staatsleistungen in Höhe von 40 Millionen Euro allen christlichen Kirchen proportional zu ihrer Mitgliederzahl zukommen zu lassen. Die Verwendung soll auf Kosten für Geistliche und den Gebäudeerhalt beschränkt bleiben. Kirchen, die Staatsleistungen in Anspruch nehmen wollen, sollen über die Verwendung der Mittel Rechenschaft ablegen. Bei der jüngsten Landtagswahlumfrage im März kam die AfD auf 38 Prozent.

Religionsfreiheit einschränken

Bethke verwies auch auf die Forderung im Wahlprogramm, wonach die AfD die Religionsfreiheit "wieder auf angemessene Maßstäbe zurückführen" will. Der Passus richte sich im Programm zwar zunächst vordringlich gegen den Islam, müsse aber auch Christenmenschen Sorge machen, wenn dieses Grundrecht beschnitten werden soll, so Bethke, der der Kontaktmann der Kirche zur Landespolitik ist.

Der Duktus der Kirchen in Sachsen-Anhalt gegenüber den Kirchen sei verletzend, aggressiv, vulgär und unwürdig im Ton und habe schon jahrelang Tradition. Verantwortlich dafür ist laut Bethke der Vize-Fraktions- und Landesparteivorsitzende, Hans-Thomas Tillschneider, der promovierter Islamwissenschaftler ist und sich auch extrem islamfeindlich positioniert. "Ich glaube nicht daran, dass die AfD in Sachsen-Anhalt, solange Hans-Thomas Tillschneider eine führende Rolle in ihr einnimmt, von ihrer Kirchenfeindschaft abweicht", sagte Bethke.

17 Prozent der Katholiken wählen AfD

Die AfD erreichte bei der Landtagswahl 2016 in Sachsen-Anhalt 24,3 Prozent und wurde aus dem Stand zweitstärkste Kraft. 2021 erzielte sie 20,8 Prozent. Vergangenes Jahr bei der Bundestagswahl war sie mit 37,1 Prozent der Zweitstimmen die stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt. Der Verfassungsschutz stuft den Landesverband als gesichert rechtsextrem ein.

Bethke erklärte, 2016 und 2021 hätten jeweils rund 17 Prozent der Katholiken die AfD gewählt. "Mein Problem ist nur, ich kenne nicht einen einzigen AfD-Wähler. Die Menschen geben sich nicht als AfD-Wähler zu erkennen. Die Katholiken nicht und die anderen auch nicht." Sachsen-Anhalt ist das Bundesland mit den wenigsten Katholiken, sie machen knapp drei Prozent der Bevölkerung aus.

Autor:

Online-Redaktion

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

55 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.