Ukraine-Krise
Kerzen und Gebete für den Frieden

Berlin (epd) - Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine hat UN-Generalsekretär António Guterres eindringlich zum Frieden aufgerufen. Im Namen der Menschlichkeit solle der russische Präsident Wladimir Putin seine Truppen aus dem Nachbarland wieder zurückziehen, verlangte Guterres am Mittwochabend (Ortszeit) in New York.

Nach einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates zu der Ukraine-Krise erklärte Guterres, ein Krieg in Europa drohe zum schlimmsten Konflikt des Jahrhunderts zu werden. Er befürchte Verheerungen in der Ukraine, tragische Konsequenzen für Russland und unabsehbare Folgen für die Weltwirtschaft. Guterres sprach von dem traurigsten Tag seiner mehr als fünf Jahre dauernden Amtszeit als UN-Generalsekretär.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen haben den russischen Angriff auf die Ukraine scharf verurteilt. Scholz sprach am Donnerstagmorgen in Berlin von einem «eklatanten Bruch des Völkerrechts». Von der Leyen erklärte, in diesen dunklen Stunden seien die Gedanken bei der Ukraine und den unschuldigen Frauen, Männern und Kindern, die um ihr Leben fürchten.

Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben ein sofortiges Ende der russischen Militärinvasion in der Ukraine gefordert. «Wir sind erschüttert über die aktuelle Entwicklung und rufen die Russische Föderation dazu auf, weitere Aggressionen zu unterlassen», erklärten der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, und die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, bei einem gemeinsamen Treffen am Donnerstag in Bonn. «Russland muss die militärischen Angriffe unverzüglich stoppen und die territoriale Integrität der Ukraine vollumfänglich anerkennen.» Der Angriff Russlands auf die Ukraine gefährde das Friedensprojekt Europa.

Die Ukraine mit ihrem reichen Kulturerbe habe ein Recht auf nationale Selbstbestimmung, die in diesen Tagen mit Füßen getreten werde, betonten Bätzing und Kurschus. «Als Christen glauben wir, dass Frieden möglich ist und verschlossene Türen wieder geöffnet werden können», unterstrichen sie.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz und die Ratsvorsitzende riefen die Christinnen und Christen in Deutschland auf, für die Opfer der Gewalt zu beten. «Wir wissen uns ökumenisch in dieser angespannten politischen Lage besonders miteinander verbunden und sind in Gedanken bei den Menschen in der Ukraine.» Die im November zur Ratsvorsitzenden gewählte Kurschus hatte am Donnerstag ihren Antrittsbesuch bei Bätzing in Bonn absolviert.

Die internationale katholische Friedensbewegung pax christi hatte zuletzt die Entwicklung einer gesamteuropäischen Sicherheitsarchitektur unter Einbezug Russlands und der Ukraine gefordert. «Dieses Ziel muss an die Stelle der Diskussion über weitere Nato-Erweiterungen treten», teilte der Bundesvorstand mit. Zugleich verurteilte pax christi das Vorgehen Russlands aufs Schärfste.

Autor:

Beatrix Heinrichs

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