Diakonie
Ferien – geschenkt!
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Die Wochen im Sommer sind für viele mit Reisen verbunden. Sozial schwachen Familien fällt es jedoch schwerer, ihren Kindern eine Auszeit vom Alltag zu ermöglichen. Hier setzt die Diakonie-Spendenaktion „Kindern Urlaub schenken“ an.
Von André Poppowitsch
Es sind sechs unbeschwerte Tage voller Ferienspaß, die 50 bis 60 Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren aus dem Kirchenkreis Gotha in einem Sommerlager im Oberharz verbringen können. In dieser Zeit leben sie – wie in einem Pfadfinderlager – in „Stämmen“ entsprechend ihres Alters in einer Zeltstadt auf einer Lichtung bei Benneckenstein (Kirchenkreis Halberstadt). Die Ausrüstung stammt von den Pfadfindern, die Inhalte hat Pfarrer Jan Foit mit seiner Frau und einer Kollegin – beide sind Gemeindepädagoginnen – vorbereitet.
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„In jedem Jahr steht eine biblische Geschichte im Mittelpunkt, die wir in Spielen, szenischen Darstellungen mit Kostümen und anderen Formaten erschließen“, sagt Foit und ergänzt, dass auch "Freizeitklassiker" dazugehören, wie Lagerfeuer, Fußball, Bogenschießen, eine Lagerolympiade mit verschiedenen Spielen oder das gemeinsame Holen von Feuerholz und Wasser.
Das Sommerlager wird durch die Spendenaktion „Kindern Urlaub schenken“ der Diakonie Mitteldeutschland und der Diakonie Sachsen ermöglicht, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum feiert. Hintergrund für die Spendenaktion waren die Veränderungen in der Arbeitsmarktpolitik. "Als wir sie 2006 ins Leben riefen, war gerade ,Hartz IV‘ in Kraft getreten", erinnert sich Frieder Weigmann. Dass die Reformen auch zu einem Anstieg von Kinderarmut führen würden, sei schon bald absehbar gewesen, sagt der Pressesprecher der Diakonie Mitteldeutschland. "Auch wenn die Politik diese Entwicklung damals nicht sehen wollte, haben wir in den Sozialverbänden und den Einrichtungen der Jugendhilfe diesen Trend bereits erwartet."
Von der Diakonie kommt die entscheidende Unterstützung, damit das Kindersommerlager und andere Freizeiten im Kirchenkreis Gotha in ihrer Vielfalt und mit pädagogischen Anspruch stattfinden können, erklärt Jan Foit. "Durch die finanzielle Zuwendung können der Teilnehmerbeitrag reduziert werden und auch Kinder kostenfrei mitfahren, deren Familien sich den Betrag nicht leisten können." Manche Kinder verreisen zum ersten Mal. Gemeinschaft haben sie davor nur in ihren Familien oder den Schulen erlebt. „Sie kommen meist mit strahlenden Augen wieder nach Hause. Und sie erleben, dass die Betreuer in den Gruppen rund um die Uhr für sie da sind und ihnen Aufmerksamkeit schenken", sagt Foit. Ihre Eltern können in dieser Zeit in Ruhe zu arbeiten, durchschnaufen oder etwas für sich tun.
Die Förderung aus der Aktion „Kindern Urlaub schenken“ kann von kirchlichen oder diakonischen Einrichtungen selbst beantragt werden, erklärt Frieder Weigmann. "Mit ihrem Antrag bescheinigt uns die Einrichtungen die Bedürftigkeit der teilnehmenden Kinder. Über die Ausschüttung der Mittel entscheidet dann der Spendenrat der Diakonie Mitteldeutschland." In den 20 Jahren des Bestehens wurden so 3,5 Millionen Euro an Spenden eingenommen, 64 200 Kinder und Jugendliche erreicht und 3580 Ferienprojekte gefördert. Im Jahr 2025 wurden 337 000 Euro gesammelt, 370 Ferienprojekte und 5000 Kinder unterstützt.
Eingeworben werden Spenden zum Beispiel über den jährlichen "Lauf & Schenke Benefizlauf". Die Idee ist, dass sich die angemeldeten Läufer einen "Laufpaten" suchen. Die spenden dann für jede gelaufene Runde einen festgelegten Betrag. Unterstützt wird der Lauf auch durch die Evangelische Bank und die Share Value Stiftung, die die eingeworbenen Spenden nochmals erhöhen.
In diesem Jahr musste der Benefizlauf, der seit 2012 stattfindet, wegen der Hitze abgesagt und verschoben werden. Man hoffe dennoch, dass die geplanten Lauf-Patenschaften eingelöst würden, teilte die Diakonie mit. Gespendet werden könne darüber hinaus aber jederzeit, sagt Weigmann. Keinen Urlaub machen zu können, wird oft als Luxusproblem angesehen. Das ist es eben nicht.
Autor:André Poppowitsch |
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