FIFA-Friedenspreises für Trump
EKD-Sportbeauftragter kritisiert «Anbiederung»

Foto:  epd-bild/Heike Lyding

«Anbiederung» und «Instrumentalisierung des Sports» - so bezeichnet der EKD-Sportbeauftragte Thorsten Latzel die Vergabe des FIFA-Friedenspreises an Donald Trump. Dieser achte vor allem auf nationale und eigene Bereicherung.

Düsseldorf (epd). Der Sportbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Thorsten Latzel, kritisiert den Fußball-Weltverband FIFA für die Vergabe von dessen neuem Friedenspreis an US-Präsident Donald Trump. «Das ist pure Anbiederung und eine Instrumentalisierung des Sports, die den eigenen Neutralitätsregeln widerspricht», erklärte der rheinische Präses. An dem republikanischen Politiker äußerte der leitende Geistliche Fundamentalkritik: Latzel warf Trump unter anderem autokratische Willkür sowie Bereicherung vor.

FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte Trump am Freitag mit dem neu geschaffenen Preis ausgezeichnet. Die Auszeichnung soll jährlich an eine Person gehen, die sich auf herausragende Weise für den Frieden einsetzt und dazu beiträgt, Menschen zusammenzubringen.

Latzel listete jedoch eine ganze Reihe kritikwürdiger Punkte bei Trump auf: «In der nationalen Sicherheitsstrategie wird massive Kritik an der EU geäußert und eine Einmischung zugunsten nationalistischer, zum Teil rechtsextremer Kräfte angekündigt», prangerte er an. Außerdem lasse Trump vor Venezuela rechtswidrig Boote zerbomben und habe Menschen aus Somalia rassistisch als Müll bezeichnet. Das Handeln des US-Präsidenten sei von autokratischer Willkür und nationaler wie persönlicher Bereicherung angetrieben, erklärte der leitende Theologe der zweitgrößten evangelischen Landeskirche.

Mit Blick auf den Ukraine-Krieg kritisierte Latzel, dass die Verhandlungen in weiten Teilen ohne das von Russland angegriffene Land und Europa stattfänden. «Und es ist unerträglich, wie hemmungslos beide, Russland und die USA, ihre Interessen zur eigenen Bereicherung verfolgen», erklärte er.

Jede Möglichkeit, das Töten zu beenden und Frieden herbeizuführen, müsse ergriffen werden. Jedoch sei fraglich, ob die aktuelle Vorgehensweise dahinführe. Die Waffen müssten schweigen, aber es brauche auch Gerechtigkeit sowie verlässliche Garantien. «Die Ukraine hat sich schon einmal auf Verträge verlassen, die ihre Souveränität garantieren sollten, und ist verraten worden», kritisierte der evangelische Theologe.

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Online-Redaktion

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