Verein Domglocken Magdeburg
Die Credamus ist ausgepackt
- Von 6 Uhr morgens bis zum Nachmittag dauerte das Auspacken der Glocke. Dann konnte sie aus der Grube gehoben werden.
- Foto: Firma Grassmayr
- hochgeladen von Claudia Crodel
In der Gießereifirma Grassmayr in Insbruck wurde die größte Glocke für den Magdeburger Dom zum Leben erweckt.
Von Claudia Crodel
Am 28. November wurde die größte Glocke für das Geläut des Madgeburger Doms, die Credamus (Lasst und glauben), in der Glockengießerei Grassmayr in Innsbruck, einem traditionsreichen Familienbetrieb, gegossen. Über 14 Tonnen schwer ist die Glocke. Vor wenigen Tagen wurde sie nun dort in stundenlanger Arbeit von der Gussform befreit, ausgepackt, wie die Glockengießer sagen.
„Am Sonntag, dem 11. Januar sind wir nach Innsbruck gefahren. Am Montag um 6 Uhr begann die Arbeit an unserer Glocke. Wir waren gegen 7 Uhr vor Ort“, erzählt Johannes Sattler vom Verein Domglocken Magdeburg. Für ihn sowie Rainer Kuhn und Martin Groß – alle drei sind im Vorstand des Domglockenvereins – war der „Auspacktag“ ein spannendes Erlebnis. „Als wir kamen, war bereits die Glockenkrone zu sehen, gegen Mittag etwa die Hälfte der Glocke. Und am Nachmittag konnte sie aus der Grube gehoben werden“, beschreibt Sattler den Ablauf.
Die fast drei Meter hohe Glocke mit einem Durchmesser von 2,93 Metern kann sich sehen lassen. Martin Groß, Rainer Kuhn und Johannes Sattler durften sie als erste anschlagen und zum Leben erwecken. "Da waren auch gewisse Emotionen dabei. Der tiefe Ton geht durch Mark und Bein", sagt Sattler. Der Glockenton sei allerdings noch nicht ganz rein gewesen, weil noch Schlackereste an der Glocke klebten. „Aber wir sind sehr optimistisch, was den Ton angeht“, freuen sich die Vorstandsmitglieder.
Auch Pressevertreter hätten dem Akt beigewohnt. Neben Medien aus Österreich, seien auch ein Team des MDR und ein Team des Fernsehsenders „arte“ zugegen gewesen. Letzteres habe für ein Projekt zum Thema „Der Klang der Religionen“ gedreht. Für die christlichen Religionen werden Glocken, Posaunen und Orgeln vorgestellt. „Die Glocke sind wir“, sagt Sattler und schmunzelt.
Bis die Credamus, die weltweit größte Bronzeglocke einer evangelischen Kirche und die zweitgrößte Glocke Deutschlands nach Magdeburg kommt, dauert es aber noch mehrere Wochen. Die Firma Grassmayr wird sie zunächst im März bei ihrem Tag der offenen Tür präsentieren. Denn auch für den Gießereibetrieb ist die Glocke etwas Besonders. „Es ist die drittgrößte, die jemals dort gefertigt wurde, nach einer 25-Tonnen-Glocke für eine orthodoxe Kirche in Bukarest und eine 15 Tonnen schwere für den Berg Tabor in Israel.“
Wenn sie nach Magdeburg verbracht ist, wird sie – spätestens zum Domglockentag am 13. Juni – den Bürgern vor Ort präsentiert und bekommt einen Interimsstandort. Der Domglockenverein kümmert sich um Aufhängevorrichtungen und Klöppel. Die Kulturstiftung des Landes Sachsen-Anhalt um die bauliche Herrichtung der Westtürme, in denen das Geläut aufgehängt wird.
Autor:Claudia Crodel |
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