Diakonie
Einheit: Ostdeutschen Landesverbände ziehen gemischte Bilanz
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Berlin/ Halle/ Radebeul (red). 35 Jahre nach der Deutschen Einheit ziehen die ostdeutschen Landesverbände der Diakonie eine gemischte Bilanz. Vieles habe sich verbessert, doch die Folgen der Transformation seien für die Menschen im Osten Deutschlands noch immer spürbar, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Diakonieverbände Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Mitteldeutschland und Sachsen.
„In den vergangenen 35 Jahren wurde viel erreicht, aber Lebensrealität und Stimmung der Menschen in Ostdeutschland zeigen, dass Einheit mehr ist als Infrastruktur und Straßenbau. Wir brauchen gleiche Chancen für alle Generationen – ob in der Kindertagesstätte, auf dem Arbeitsmarkt oder im Pflegeheim“, betont Christoph Stolte, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Mitteldeutschland.
Nach 1990 hätten viele Menschen Brüche in Biografien, den Verlust von Arbeit und Heimat oder die Abwanderung der Jugend erlebt. Diese Erfahrungen wirkten bis heute nach und prägten auch das Vertrauen in Politik und Gesellschaft, so Stolte. „Mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine und neuen sicherheitspolitischen Bedrohungen spüren wir, dass eine Epoche zu Ende geht. Auch die Rückschau auf den Kalten Krieg und die friedliche Revolution erinnert uns daran, wie zerbrechlich Frieden ist und wie sehr wir ihn brauchen, um soziale Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu bewahren“, so Christoph Stolte.
Aktuelle Herausforderungen verschärften die Lage zusätzlich: der demografische Wandel mit der Alterung ganzer ost- und mitteldeutscher Regionen, fehlende Fachkräfte in Pflege und sozialen Einrichtungen sowie anhaltende Unterschiede bei Löhnen und Renten. Die ungleiche Infrastruktur in ländlichen Regionen führe zu eingeschränkter medizinischer Versorgung und geringeren Teilhabe, hieß es.
Die diakonischen Landesverbände mahnen in ihrer Erklärung deshalb eine stabile und faire Finanzierung sozialer Dienste, Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Pflege sowie eine umfassende politische Anerkennung der Transformationsfolgen an.
Hintergrund
Die drei diakonischen Landesverbände vertreten als Dachverbände und sozialanwaltlich in zahlreichen demokratischen Gremien gegenüber der Landes- und Bundespolitik über 6.000 soziale Einrichtungen und Projekte mit rund 115.000 hauptamtlichen Mitarbeitenden in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen.
Die drei diakonischen Landesverbände vertreten als Dachverbände und sozialanwaltlich in zahlreichen demokratischen Gremien gegenüber der Landes- und Bundespolitik über 6.000 soziale Einrichtungen und Projekte mit rund 115.000 hauptamtlichen Mitarbeitenden in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen.
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