Wieder Gottesdienste mit Gemeinde
Die neue Normalität

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Gottesdienst in der ev. St. Marienkirche Berlin.
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Gottesdienst in der ev. St. Marienkirche Berlin.
  • Foto: picture alliance/Christoph Soeder/dpa
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An vielen Orten in Deutschland haben Kirchen am Sonntag wieder erstmals Gläubige zum Gottesdienst eingeladen. Desinfek-tionsmittel, Mundschutz, Abstandsregeln und Musik in reduzierter Form prägten die Feiern. Im evangelischen Berliner Dom und im katholischen Mainzer Dom wurden erstmals nach der Zwangspause wegen der Corona-Pandemie wieder richtige Gottesdienste mit Gemeinde gefeiert – allerdings unter Auflagen.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender besuchten einen Gottesdienst in der Berliner St. Marienkirche, in dem der evangelische Landesbischof Christian Stäblein die Predigt hielt. «Es war sehr schön, heute erstmals wieder einen Sonntagsgottesdienst zu besuchen», sagte Steinmeier. «Auch unter besonderen Bedingungen, mit Mundschutz und im kleineren Kreis, ist es diese Erfahrung von Gemeinschaft, die uns Menschen mit Zuversicht und Kraft erfüllt.» Darauf hätten viele Menschen wochenlang gewartet.
Steinmeier dankte den Kirchen und allen anderen Religionsgemeinschaften, dass sie sich in der Corona-Pandemie von Anfang an verantwortungsvoll und umsichtig verhalten hätten. «Sie nehmen Einschränkungen des religiösen Lebens in Kauf, um vor der Verbreitung von Corona zu schützen», sagte der Bundespräsident. Zugleich würdigte er die neuen Wege in der Seelsorge, um auch in der Krise für die Gläubigen da zu sein.
Beten mit Mund-Nasen-Schutz, zwei Meter Sitzabstand und Gottesdienste ohne Gesang – ausgerechnet am Sonntag Kantate. Viele Pfarrerinnen und Pfarrer machen sich derzeit Gedanken über das Gottesdienstleben in ihren Gemeinden, das durch die Corona-Pandemie eingeschränkt ist. Die kirchlichen Konzepte sehen unter anderem Sicherheitsabstand, beschränkte Besucherzahl, Verzicht auf Handschlag beim Friedensgruß und beim Abschied an der Tür sowie Abendmahl nur unter besonderen, sehr strikten Hygienevorschriften vor: «Die Gottesdienste, die wir jetzt feiern können, werden sich von denen vor dem 15. März unterscheiden», stellt die evangelische Bischöfin von Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann, fest. Vieles, was christliche Gemeinschaft spürbar mache, werde weiter nicht möglich sein, sagt Hofmann. Die Bischöfin spricht von einer „neuen Normalität“ bei Gottesdiensten.
Auch manch ein katholischer Bischof ist vorsichtig. Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige reagierte verhalten. Er nannte die Lockerungen bei Gottesdiensten laut Mitteilung seines Bistums einen «Pyrrhussieg». Denn gerade Kranke und Schwache, die Trost und Zuspruch brauchen, könnten nicht kommen. (epd)

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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