Entwidmung in Wolfen-Steinfurth
Abschied von der Friedenskirche

Die Friedenskirche im Wolfener Ortsteil Steinfurth
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  • Die Friedenskirche im Wolfener Ortsteil Steinfurth
  • Foto: Johannes Killyen/Landeskirche Anhalts
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Abschied von der Wolfener Friedenskirche: Am Sonntag, 18. Juli, wird das 1976/1977 entstandene Gotteshaus im Wolfener Ortsteil Steinfurth entwidmet und damit für gottesdienstliche und kirchliche Zwecke offiziell außer Dienst genommen. Dazu beginnt vor der kleinen Kirche um 17 Uhr eine Andacht mit Abendmahl, die von der Dessauer Kreisoberpfarrerin Annegret Friedrich-Berenbruch geleitet wird. Die musikalische Ausgestaltung übernimmt Kirchenmusiker Florian Zschucke. Bereits ab 16 Uhr lädt der zuständige Gemeindekirchenrat Bobbau-Wolfen-Nord zum Austausch und zur Besichtigung der Friedenskirche ein. Eine kleine Ausstellung mit Erinnerungsstücken erinnert an die Geschichte der vergangenen 45 Jahre.

Nach der Andacht wird die Feierstunde an der Christuskirche in Bobbau fortgesetzt, die künftig die alleinige Heimatkirche der Gemeinde sein wird. Daneben ist die Kirchengemeinde Trägerin des Christophorushauses Wolfen-Nord, ein Gemeinde- und Familienzentrum, in dem sich unter anderem eine evangelische Kindertagessstätte befindet. Erwartet werden am 18. Juli viele Menschen, die das kirchliche Leben in Steinfurth geprägt haben.

Zur Entwidmung sagt Ortspfarrerin Ina Killyen: „Wie für alle Kirchen gilt auch für die Friedenskirche: Sie ist ein Ort, an dem Christentum öffentlich gelebt, Gemeinschaft mit Gott und miteinander gefeiert wurde. Ein Ort des Hörens, Betens und auch der Klage. Diesen Raum nun aufzugeben und zu verlassen, fällt schwer. Wir blicken zurück auf das, was war und können dankbar sein: für die Erinnerung an allen Segen, den Menschen in dieser Kirche erfahren haben, für das Wirken, das von dieser Kirche in den Ort oder den Stadtteil hinein ausstrahlte. Als Christen sind wir Teil des ‚wandernden Gottesvolkes‘. Dazu gehören Aufbruch und Unterwegssein, was zugleich Herausforderung und Chance ist. Diese Gedanken sollen im Gottesdient zur Entwidmung am 18. Juli Platz und Raum finden.“

Kirchengeschichte

Vorgängerbau der jetzigen Kirche war eine Holzkirche auf dem Rosinenberg, die in den Jahren 1957–1977 genutzt und später auf das Gelände des Heinrichshauses Großpaschleben versetzt wurde. Nach dem Bau 1976/77 im Rahmen des Sonderbauprogramms der DDR wurde mit der Friedenskirche am 11. September 1977 eine moderne Betonkirche mit flachem Faltdach eingeweiht. Einen Kirchturm verboten die SED-Parteifunktionäre. Im Kirchenraum gibt es 60 bis 100 Sitzplätze, daneben 30 Plätze im Gemeinderaum. In der Kirche befindet sich eine kleine Orgel der Firma Hüfken aus Halberstadt, die künftig in der Kirche Thurland erklingen soll. Die Kirche und das angrenzende Pfarrhaus fallen zurück an die Eigentümerin des Grundstücks, die kirchliche Stiftung „Weider‘sches Legat“ in Jeßnitz, die für eine angemessene Nachnutzung der Gebäude Sorgen tragen wird.

Die Kirchengemeinde Bobbau-Wolfen-Nord gehört mit den Kirchengemeinden Raguhn, Jeßnitz, Priorau-Schierau und Thurland zum Verbund der Kirchengemeinden an Mulde und Fuhne.

Autor:

Johannes Killyen

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