Lukullische Devotionalien: Eisgenuss auf evangelisch
Hier stehe ich …
















Es ist angerichtet: Der Wormser Eishändler Pietro Vannini hat ein "Martin-Luther-Eis" kreiert.















  • Es ist angerichtet: Der Wormser Eishändler Pietro Vannini hat ein "Martin-Luther-Eis" kreiert.
  • Foto: facebook.com/EisVannini
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Wieder mal ein Lutherjubiläum, wieder mal viel zu feiern. 500 Jahre Reichstag zu Worms. Wenn auch Ausstellungen oder Aufführungen erst einmal warten müssen: Eisverkauf zum Mitnehmen bleibt erlaubt.

Von Florian Riesterer

Dem Genuss des vom Wormser Eis-dielenbetreiber Pietro Vannini erfundenen Luther-Eises steht also nichts mehr im Wege. Die Anregung kam von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Schließlich war Luther ja ein Genussmensch. Jetzt dürfen sich Eisgenießer dem Geschmack des 16. Jahrhunderts nähern: Milch, Sahne, Butter, Honig, Kümmel und Koriander, dazu eine Spur getrocknete Früchte und Mandelkekse. Mmmm. Hier stehe ich. Ich kann nicht anders.

Die Kreation ist aus evangelischer Sicht längst überfällig. Denn schon 2011 erfand der Neapolitaner Nicola Castaldi die Eissorte „Benedikt XVI.“. Er beglückte die Freiburger mit einer Mischung aus Vanille, Butterkeks, Schokoladensplitter und Orangenstückchen. 2013 präsentierte der gebürtige Katalane Mimo Berardi im bergischen Land nach dem Konklave dann sein Papst-Eis „Franziskus“ mit symbolischen Zutaten: Karamell als das Bonbon der armen Leute und Pistazie als Farbe der Hoffnung. Der Argentinier Roberto Daniel Kopp zog im fränkischen Bad Brückenau hinterher. Seine Eis-Hommage an den Landsmann im Apostolischen Palast kopiert mit Vanille und Sahne farblich die vatikanische Flagge.

Nun also markiert Worms den Beginn der evangelischen Eisoffensive. Es ist allerdings noch Luft nach oben. Was liegt näher als eine ganze Reformations-Eislinie? Schließlich wurde genau das im Jubiläumsjahr 2017 verschlafen. Es müssen ja nicht gleich 95 Sorten sein. Aber ein Martin-Butzer-Eis mit einem Hauch Elsässer Wein, die Zwingli-Kreation mit feinsten Schweizer Pralinen oder die Eisfantasie aus Baumkuchen, Mandelcreme, schwarzer Johannisbeere und Schokolade könnte durchaus schmecken. So zumindest präsentiert sich die Philipp-Melanchthon-Torte, welche das gleichnamige Café in dessen Geburtsstadt Bretten verkauft.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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