Oskar Brüsewitz
Sonderausstellung über Selbstverbrennung

Foto: Thomas Nawrath

Vor 50 Jahren erschütterte die Selbsttötung des Pfarrers Oskar Brüsewitz in Zeitz die DDR. Das dortige städtische Museum widmet dem Protest des evangelischen Theologen und seiner Bedeutung in der Gegenwart seit Samstag eine Sonderausstellung.

Zeitz (epd). Mit einer Sonderausstellung erinnert die Stadt Zeitz seit Samstag an die Selbstverbrennung des evangelischen Pfarrers Oskar Brüsewitz vor 50 Jahren. Die Schau „Oskar Brüsewitz - Zeichen gegen das Vergessen“ zeigt im Museum Schloss Moritzburg dazu zahlreiche Dokumente, Fotos, Zeitzeugenberichte und ausgewählte Objekte.

Zu sehen ist unter anderem eine rekonstruierte Fassung des Kreuzes aus Leuchtstoffröhren, die Brüsewitz in den 1970er Jahren an seiner Kirche in Rippicha bei Zeitz gegen den Widerstand der DDR-Behörden hatte anbringen lassen. Thematisiert werden das Leben und Wirken von Oskar Brüsewitz (1929-1976), die Situation von Kirche und Christen in der DDR, die Ereignisse vom 18. August 1976 in Zeitz, die Reaktionen von Staat, Kirche und Öffentlichkeit und die Erinnerung an Brüsewitz bis in die Gegenwart

Oskar Brüsewitz hatte am 18. August 1976 vor der Zeitzer Michaeliskirche zwei Plakate auf das Dach seines Autos gestellt. Mit Sprüchen wie „Funkspruch an alle - Funkspruch an alle - Wir klagen den Kommunismus an wegen Unterdrückung der Kirchen in Schulen an Kindern und Jugendlichen“ protestierte er gegen die Kirchenpolitik des SED-Regimes. Im Anschluss übergoss sich der Pfarrer mit Benzin und zündete sich an.

Obwohl Mitarbeiter der DDR-Stasi die Aktion schnell beendeten, starb Oskar Brüsewitz vier Tage später an seinen Verbrennungen. Vor der Michaeliskirche in Zeitz erinnert heute eine Gedenkstele an die Selbstverbrennung.

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Online-Redaktion

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