Womit sich der Domkantor verabschiedet
Lohengrins Schwan und der Vogelfänger
- Halberstadts Domkantor KMD Claus-Erhard Heinrich
- Foto: Uwe Kraus
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„Die letzten Domfestspiele als Domkantor, das ist schon etwas Besonderes“, gesteht Claus-Erhard Heinrich. Zum 1. März 2027 wird er aus seinem Amt verabschiedet. „Dass ich die musikalische Leitung des Requiems von Giuseppe Verdi übernehme, hat schon Symbolwert." Verdi vereine Elemente von Oper und Oratorium, sprenge enge Grenzen zur geistlichen Musik.
Von Uwe Kraus
Gegenwärtig konzentriert er sich auf die Reihe der Domkonzerte 2026. So hat er die musikalische Gesamtleitung des Oratoriums im Dom am 6. Juni. „Das ist für die italienische Musik ein absolutes Spitzenwerk. Was in Deutschland das Brahms-Requiem ist, ist Verdis für Italien.“ Das Publikum erlebt große Ensemble-Musik. „Da gibt es keine Arien, sondern die Solisten singen im Terzett, Chor und Solisten füllen dramatisch und abwechslungsreich den Kirchenraum.“ Rund 100 Sängerinnen und Sänger sind bei der Requiem-Aufführung während der Domfestspiele zu hören, weit mehr als Heinrichs Kantorei zählt. „Aber so eine große Chorbesetzung braucht man bei so einem grandiosen Werk schon.
Mit der Domkantorei Stendal pflegen wir seit langem enge Kontakte, haben schon viele Projekte gemeinsam umgesetzt. Mein hoch geschätzter Kollege Domkantor Johannes Schymalla hat in der Altmark die Einstudierung übernommen. Im Mai proben wir nochmal zusammen in Stendal, die Generalprobe findet dann am Aufführungstag statt.“
Das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode übernimmt den instrumentalen Part. Den Musikern sei der Halberstädter Dom nicht fremd. Sie haben bereits über Jahre geistliche Werke und anspruchsvolle Sinfoniekonzerte gemeinsam mit den Harzer Sinfonikern in diesem Gotteshaus gespielt.
Den Wernigeröder Klangkörper dürfen die Gäste der Halberstädter Domfestspiele 2026 gleich doppelt erleben. Neben dem Verdi-Werk wird GMD Johannes Rieger am 7. Juni ab 18 Uhr das gemeinsame Konzert vom Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode und Harzer Sinfonikern dirigieren. Dabei sind Wagners Siegfried-Idyll, die Wesendonck-Lieder und Anton Bruckners 3. Sinfonie zu erleben.
Bei Guiseppe Verdis „Messa da Requiem“ dürfen sich die Besucher auf Jessey-Joy Spronk (Sopran), die Mezzosopranistin Ivonne Fuchs, André Khamasmie (Tenor) und Andreas Scheibner (Bass) freuen. Die deutsch-schwedische Sängerin Ivonne Fuchs ist nicht nur den Wernigerödern aus vielen Konzerten bekannt. „Jessey-Joy Spronk vom Harztheater halte ich für eine herausragende Stimmbegabung, die viel jugendliche Frische ausstrahlt“, lobt Claus-Erhard Heinrich, der Andreas Scheibner als gestandenen Bass schätzt, der solche Partien bereits oft gesungen habe.
Im Dreiklang von Kirchenmusik und -kunst findet als Dritter am 5. Juni der Tanz seinen Domfest-Platz. Das Ensemble "TanzHarz" zeigt die Uraufführung des Tanzstücks “Auf Flügeln des Tanzes – ein choreografisches Manifest”. Beim Wandeln durch den Dom trifft man zudem auf Lohengrins Schwan und den fröhlichen Vogelfänger.
Autor:Uwe Kraus |
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