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„Goldener Kirchturm“
Ehrenamtspreise für 16.000 Euro wurden verliehen

Alle Preisträger für den Goldenen Kirchturm 2026  | Foto: EKM
  • Alle Preisträger für den Goldenen Kirchturm 2026
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Der Ehrenamtspreis „Goldener Kirchturm“ der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) wurde heute (19. September) zum Treffen der Kirchbauvereine in Erfurt verliehen. Den mit 5.000 Euro dotierten Ersten Preis erhielt der Förderverein der Kreuzkirche Sankt Nikolai aus Hohelohe-Kitzen (Landkreis Leipzig in Sachsen). Vier Anerkennungspreise zu jeweils 2.000 Euro gingen an den Gemeindekirchenrat der Kirchengemeinde Meuchen (Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt), den Kirchbauverein Gera (Thüringen), den Förderverein St. Viti Kirche Wechmar (Landkreis Gotha in Thüringen) und den Mösthinsdorfer Heimatverein „Wildtulpe“ (Saalekreis in Sachsen-Anhalt). Einen Sonderpreis „Langer Atem – Lebenswerk“ in Höhe von 3.000 Euro erhielt der Kirchbauverein der St. Stephanikirche Osterwieck (Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt).

„Mit dem Treffen der Kirchbauvereine möchten wir den Mitgliedern besonders danken für ihr Engagement, ihre Ausdauer und ihren Mut, etwas Neues zu bewegen. Im Mittelpunkt steht dabei der Erfahrungsaustausch“, sagt Regionalbischof Tobias Schüfer, Beauftragter der EKM für die Kirchbauvereine. „Es wurden viele Bewerbungen eingereicht. Jede Initiative hat für ihr Bemühen einen Preis verdient, aber manche stechen tatsächlich heraus“, berichtet er.

Für den Förderverein der Kreuzkirche Sankt Nikolai Hohelohe-Kitzen als Gewinner des Goldenen Kirchturms 2026 hat sich die Jury entscheiden, da durch das Engagement das Zusammenleben im Dorf positiv beeinflusst und die Dorfgemeinschaft gestärkt wurde. „Durch die Sanierung der Kirche ging eine Aufbruchsstimmung durch das Dorf. Verschiedene Vereine suchten die Zusammenarbeit und unterstützen sich nun gegenseitig“, so die Jury.

Der Gemeindekirchenrat der Kirchengemeinde Meuchen hatte sich engagiert, da der Kirche 2017 wegen erheblicher Mängel die Schließung gedroht hatte. Mit Hilfe der Kirchenmitglieder wurde die Kirche plus Inventar über die Jahre eindrucksvoll saniert.

Der Kirchbauverein Gera bewirkt seit 1998, dass der Erhalt und die Restaurierung der Kirchen in Gera gefördert werden. „Dadurch wird ein wichtiger Beitrag für den Erhalt des Stadtbildes erzeugt“, lobt die Jury.

Der Wunsch nach einer offenen Kirche für alle hat den Förderverein der St. Viti Kirche Wechmar zum Engagement animiert. Dadurch ist ein Ort der Gemeinschaft und Begegnung entstanden

Das hohe Engagement, mit dem viele Ehrenamtliche mitwirken, war ausschlaggebend für die Auszeichnung des Mösthinsdorfer Heimatvereins „Wildtulpe“. Unter anderem wurde im Kirchgarten ein „Offene Haus der Begegnung“ geschaffen.

Für den „Langen Atem“ erhielt der Kirchbauverein der St. Stephanikirche Osterwieck den diesjährigen Sonderpreis. Gegründet im März 1990, war es der erste deutsch-deutsche Verein in zwei Staaten mit unterschiedlichen Rechts-, Verwaltungs- und Wirtschaftssystemen.

Für das Treffen der Kirchbauvereine gab es mehr als 100 Anmeldungen. Neben der Preisverleihung und einer Führung durch die Predigerkirche gehören Workshops zu Themen wie
Fundraising und Orgelprojekte, LEADER-Förderung, Umgang mit Glocken und Läute-Anlagen, Lebensraum Kirchtürme und Kunstgut in der EKM zum Programm.

Hintergrund:
Auf dem Territorium der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) stehen 3.890 evangelische Kirchen und 132 Friedhofskapellen – das sind rund 20 Prozent aller Kirchen in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), obwohl es in der EKM nur rund drei Prozent der evangelischen Kirchenmitglieder gibt. Nirgendwo sonst in Deutschland finden sich so viele wertvolle und geschichtsträchtige Gotteshäuser. Die durchschnittliche Zahl der Gemeindeglieder pro Kirche liegt in der EKM bei 150, der EKD-Durchschnitt liegt bei 911. Aufgeteilt auf Bundesländer gibt es 1.887 Kirchen in Thüringen, 1.726 Kirchen in Sachsen-Anhalt, 142 Kirchen in Sachsen und 135 Kirchen in Brandenburg. Fast alle Kirchen stehen unter Denkmalschutz (98 Prozent); sie sind als kulturelles Erbe besonders wertvoll. Es gibt einen erheblichen Sanierungsbedarf – um diesen Schatz erhalten zu können, braucht es ein umfassendes gesamtgesellschaftliches Engagement. Dabei unterstützen Kirchbaufördervereine als lokale Initiativen von Gemeindegliedern und Nicht-Kirchenmitgliedern, die sich für den Erhalt ihrer Ortskirchen einsetzen. In Sachsen-Anhalt gibt es etwa 250, in Thüringen etwa 150.
Der Goldene Kirchturm wird seit 2009 verliehen, um kreative und beispielgebende Projekte zur Erhaltung und Nutzung von Kirchen zu honorieren. Zum zweiten Mal wurde ein Preis für die gesamte EKM verliehen, dazu kommen jedes Jahr Anerkennungspreise und ein Sonderpreis mot wechselndem Thema.

Autor:

susanne sobko

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