Propst-Kandidaten haben sich vorgestellt
"Habt keine Angst"

Stadtkirche Unserer lieben Frauen in Meiningen
  • Stadtkirche Unserer lieben Frauen in Meiningen
  • Foto: kirchenkreis-meiningen.de/Ursula Brichta
  • hochgeladen von Beatrix Heinrichs

Meiningen (red) - Auf ihrer Herbsttagung vom 27. bis 30. November in Erfurt wird die Landessynode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) das Amt des Regionalbischofs für den Propstsprengel Meiningen-Suhl neu besetzen. Zur Wahl stehen Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk aus Marktbreit in Bayern und Pfarrer Tobias Schüfer aus Erfurt. Beide haben sich bei Gottesdiensten in der Stadtkirche in Meiningen den Gemeinden vorgestellt.

In ihren Predigten versuchten die Kandidaten eine Zeitansage und fragten: Wo steht die Kirche heute, welchen Stellenwert hat sie in der Gesellschaft, und wie kann kirchliches Leben in Zukunft gestaltet werden? Tobias Schüfer stellte fest, dass man sich auf Traditionen ausgeruht habe, "statt den Lebendigen am Rand zu suchen, bei denen, die draußen stehen." Auch soziale Fragen habe die Kirche ausgelagert, "statt zu verstehen, dass Diakonie uns alle braucht", so der Studienleiter für die Vikarsausbildung in der EKM und Anhalt. Die Kirche habe einen langen Weg vor sich. Schüfer rief die Christen auf, dabei auf Gott zu vertrauen: "Eure Kirche wird sich heftig verändern. Habt keine Angst davor! Eure politische Landschaft ist durchgerüttelt: Habt keine Angst, Gott möchte euch hier."

Jacqueline Barraud-Volk sagte, auch im Hinblick auf die Friedliche Revolution, dass nüchterner Widerstand "mit Worten, im Gebet, im Vertrauen auf Gott" niemals umsonst sei. „Dazu gehört der Widerstand gegen eine vermeintliche Weltuntergangsstimmung in der Kirche selbst.“ Diese Stimmung könne einen solchen Sog entwickeln, dass Christen daraufhin „wie abgeknickte Blümchen im Sturm“ dastehen. Dabei würden aus Brachland und hartem Beton die überraschendsten Pflanzen wachsen, so Barraud-Volk. Sie ermutigte dazu, Neues zu erproben, stellte aber fest, dass der Gottesdienst die Kraftquelle des Glaubens bleibe. Die Pfarrerin ist Mitglied der bayerischen Landessynode, der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands und der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Das Amt ist seit März vakant. Die ehemalige Regionalbischöfin Pröpstin Kristina Kühnbaum-Schmidt wechselte als Landesbischöfin zur Nordkirche.

Autor:

Beatrix Heinrichs aus Jena

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