Zum Tod von Propst i. R. Heinrich Hamel
Glaube und Wahrheit

Im  Alter von 78 Jahren ist Propst i. R. Heinrich Hamel am 28. 1. verstorben. Hamel kam 1940 als Sohn des bekennenden evangelischen Theologen und Studentenpfarrers Johannes Hamel in Halle zur Welt. Seine Kindheit und Schulzeit war geprägt vom Kampf der SED gegen die Konfirmation und die evangelische Jugendarbeit und der Haft seines Vaters 1952/53. Sein Konfirmationsspruch aus Psalm 86,11 war das Gebet, das ihn Zeit seines Lebens begleitete: In der Wahrheit zu bleiben und aus Glauben zu leben, hat er mit Ernst gelebt – und wenn er es für notwendig hielt, Konsistorialen oder andern menschlichen Autoritäten klar widersprochen.
Nach dem Theologiestudium entschied er sich, 1965 bewusst als Pfarrer mit seiner Familie in die kleine altmärkische Gemeinde Poritz (heute ein Ortsteil von Bismark bei Stendal) zu ziehen, und konnte seine Gabe zum Renovieren gleich unter Beweis stellen, da das Pfarrhaus unbewohnbar war. 1979 wurde er Pfarrer in Loburg im Jerichower Land, und im Jahr 1986 wurde Heinrich Hamel zum Pfarrer der St.-Johannis-Gemeinde in Wernigerode berufen. In der schönen Stadt im Harz übernahm er schließlich auch das Superintendentenamt. Dass er als mathematisch-technisch versierter Theologe gerne nachmaß, ob Wände auch so gemauert waren wie geplant, brachte ihm bei Baubrigaden und Mitarbeitern nicht nur Respekt ein. Von 1997 bis 2002 war er Propst des Kurkreises. Diesen Dienst bezeichnete er als »Platzhalter zwischen zwei Pröpsten«. Es gehörte zu seinen Stärken, dass er als Seelsorger Grenze und Ohnmacht des provinzialsächsischen Propstamtes bei Querelen und Personalkonflikten in Wittenberg öffentlich benannte.
Im Ruhestand zog er mit seiner Frau nach Wernigerode, wo er schon im Herbst 1989/90 den Runden Tisch gründete. Hamel war ein begabter und geschätzter Prediger. Knapp drei Jahre nach dem Tod seiner Frau hat der Herr auch ihn erlöst.

Propst Johann Schneider,
Regionalbischof Halle-Wittenberg

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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