Reinhardsbrunn: Verein vor dem Aus
Besucherarbeit nur noch ehrenamtlich möglich

Christfried Bölter, Vorsitzender des Vereins Kirche und Tourismus | Foto: Paul-Philipp Braun
  • Christfried Bölter, Vorsitzender des Vereins Kirche und Tourismus
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Christfried Bölter und Reinhardsbrunn – beide Namen können getrost in einem Atemzug genannt werden. Seit Beginn der 90er-Jahre kümmert sich der ehemalige Friedrichrodaer Pfarrer um diese bedeutsame Stätte Thüringer Landesgeschichte.

Von Klaus-Dieter Simmen

Der Verein Kirche und Tourismus, dessen Vorsitzender Bölter ist, engagiert sich unermüdlich für diesen Ort. Ein besonderes Auge haben seine Mitglieder auf das Jagdschloss der Gothaer Herzöge. „Immer, wenn Vandalen eine Spur der Verwüstung hinterlassen hatten oder Diebe sich am Kulturgut vergriffen, haben wir das den verantwortlichen Stellen zur Kenntnis gebracht“, sagt Bölter.

Und der Verein wurde nicht müde, den Zustand des Schlosses lautstark zu beklagen. Bis sich endlich das Land Thüringen zurückholte, was einst verkauft wurde. „Mit der Enteignung konnte das Schloss schließlich gerettet werden, investiert der Freistaat Millionen Euro.“ Das könnte im Verein ringsum für Zufriedenheit sorgen.
Allerdings ist das Gegenteil der Fall. Der Verein Kirche und Tourismus ist aktuell ohne Geschäftsführer. Meik Schmidt, der diesen Posten mehr als zwei Jahrzehnte ausfüllte, konnte nicht weiter beschäftigt werden. „Wir brachten schlicht die Personalkosten für den Geschäftsführer nicht mehr auf“, beklagt der Pfarrer im Ruhestand. Durchaus fit im Auffinden diverser Fördertöpfe, musste der Mann diesmal die Segel streichen. „Alle möglichen Kosten werden gefördert, nur Personalkosten nicht. Deshalb steht Kirche und Tourismus vor dem Aus“, bedauert er. Dabei laufen im Verein die Fäden für die Schlossparkführungen zusammen. „Das hat immer unser Geschäftsführer koordiniert.“

Zwar sichern Ehrenamtler die Führungen ab, die Abstimmung kann so allerdings nicht gewährleistet werden. Bölter kann nicht verstehen, dass die Landesregierung keine Finanzierungsmöglichkeit findet, obwohl der Verein schließlich Aufgaben für den Freistaat übernimmt. Er betreut das Pilgerzentrum und bewahrt auf vielfältige Weise die kulturelle Tradition Reinhardsbrunns.

Bislang war Meik Schmidt im Ehrenamt weiter für den Verein tätig. Gegenwärtig besucht der 62-Jährige jedoch eine Weiterbildungsmaßnahme der Agentur für Arbeit. Dass er nach deren Abschluss einen Job findet, bezweifelt Christfried Bölter. Selbst wenn sich die Situation als ziemlich verfahren darstellt, hofft er immer noch, dass es für die Personalie Schmidt eine Lösung gibt. Die Stadt Friedrichroda habe signalisiert, sich dafür einzusetzen. Schließlich sind die Schlossparkführungen im ureigenen Interesse. „Wir greifen grundsätzlich unseren Vereinen unter die Arme“, sagt Friedrichrodas Bürgermeister Kay Brückmann, selbst Mitglied im Verein Kirche und Tourismus. Man werde sich beim Land Thüringen mit allen Mitteln dafür einsetzen, eine tragfähige Lösung zu finden. Das fürs Schloss immer wieder ins Gespräch gebrachte Informations-Zentrum müsse vom Verein betrieben werden, ist sich Brückmann sicher. Die Aufgabenvielfalt bewältige Kirche und Tourismus bereits jetzt.

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