Wort zur Woche
Nur etwas für Profis: Die große Bühne

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Wort zur Woche Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.
Lukas 18, Vers 31

Er will die ganz große Bühne. Nimmt die Rückendeckung großer religiöser kritischer Köpfe aus vergangenen Zeiten für sich in Anspruch. Und steht für das All-inclusive-Paket. Dick aufgetragen. Er ist Gottes in menschliche Gestalt eingeborener Sohn selbst. Und das hat so gar nichts mit Faschingsverkleidung zu tun.

Große Bühnen, enthusiastische Vergewisserung unter Anhängern, Himmel-auf-Erden-Versprechen: Die Geschichte wiederholt sich. Ich, armseliger Mensch, sitze in erschreckender Regelmäßigkeit ähnlichen bis gleichen Illusionen auf. Oder stehe ich gerade zufällig auf der anderen Seite, der der Neider oder Kritiker, vermeine Illusionen aufdecken zu können? Und sitze immer noch mindestens den eigenen auf.

Die dritte Leidensankündigung Jesu lässt mich fragen: Warum drei? Das erste Mal war’s vielleicht eine nicht so gemeinte Illusion. Beim zweiten Mal horche ich auf – und bleibe doch ungläubig. Beim dritten Mal aber wird mir bange. Auf der Bühne, die Jesus mit seinen Begleitern und zugleich ohne deren Verständnis anvisiert, wird sich nichts wiederholen können.

Wir sind dieser Tage entsetzt über Skrupellosigkeit und Machtbesessenheit und stupiden Lobbyismus, die sich par excellence zeigen an der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen. Aber alles, was da an Beweggründen im Spiel ist, und das macht es für mich noch unerträglicher, ist bereits dagewesen. Wir nennen es das Allzu-Menschliche und werden davon immer eingeholt. Es soll die Bühne in der Hauptstadt werden, die alles menschliche Denken und Handeln ad absurdum führen wird. Und das ist das Einzigartige, von jeglicher Wiederholung Ausgeschlossene: Die Bühne dient nicht dem, der sie betritt, sondern seinen Zuschauern. Seinen Verbündeten und seinen Neidern, Kritikern gleichermaßen. Nur ihm selbst nicht, es ist eine Antibühne.
Allein Gott selbst vermag Bühnen so zu nutzen. Lukas, du hast recht!

Pfarrerin Cornelia Kühne, Niedertrebra

Cornelia Kühne
Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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