Wort zur Woche
Nicht nur zuschauen – Eine Strategie gegen Teufelswerk

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Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.
1. Johannes 3, Vers 8 b

Das liest sich wie die Handlung eines Kinofilms. Der Gute kämpft gegen das Böse und setzt sich am Ende durch. Ein bekanntes Motiv. Aber kann ich hier einfach wie bei einem Film zuschauen, oder bin ich selbst Teil des Geschehens?
Mich interessiert, was Schüler darüber denken. Ich frage, was sie sich unter „Werken des Teufels“ vorstellen. Sie tragen zusammen: Hass, Gewalt, Terror, Krieg, Egoismus, Gier. Das alles ist teuflisch. Auch Gleichgültigkeit gehört dazu, wegzuschauen, nicht einzuschreiten. Und ist es nicht auch Teufelswerk, wenn wir das Böse nur bei anderen suchen und nicht bei uns selbst? „Und was stellt ihr euch unter dem Teufel vor?“ Die wenigsten glauben, dass er eine reale Person ist. Aber das Böse übt Macht aus. Das ist allen klar. Mit dieser Macht müssen wir uns auseinandersetzen. Lebenslang. Wir sind also keine Zuschauer, sondern mittendrin. Und das Böse ist nicht nur bei den anderen, sondern auch bei mir.
So ähnlich sieht das auch der 1. Johannesbrief. Als Christen sind wir zwar mit Gott verbunden. Immun gegen das Böse sind wir aber nicht. Deshalb appelliert der Brief, sich von Gottes Liebe leiten zu lassen und nicht dem Bösen zu verfallen.
Oft bin ich erschrocken, wie mächtig das Böse werden kann und was Menschen einander antun. Ich habe Sehnsucht nach Frieden und gegenseitigem Verständnis. Mir ist klar: Ich darf dabei nicht zuschauen, muss selbst aktiv werden. Aber manchmal erscheint es aussichtslos. Da kommt mir der Wochenspruch mit seiner Gewissheit zu Hilfe. Er erinnert mich, Jesus hat eine wirksame Strategie, mit der er gegen das Böse kämpft: die Liebe, die er in die Welt gebracht hat.
Sie scheint oft so schwach und verletzlich. Aber nur sie hat die Kraft, die Werke des Teufels in uns Menschen zu zerstören. Das macht mir Mut, beharrlich auf diese Karte zu setzen, auch wenn ich dabei zuweilen scheitere. Denn „Dunkelheit kann Dunkelheit nicht vertreiben, nur Licht kann das. Hass kann Hass nicht vertreiben, nur Liebe kann das.“ (M. L. King)

Christoph Ifland, Schulpfarrer in Eisenach

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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