Wort zur Woche
Echte Wertschätzung statt Selbstüberschätzung

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 Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.
1. Petrus 5, Vers 5 b

Hochmut kommt vor dem Fall, sagt das Sprichwort. Aber worin besteht er? Wo fängt er an? Hochmut fängt mit einer Fehleinschätzung meiner selbst an. Wenn ich selber nicht mehr realistisch sehe, wer ich bin und was ich kann, und, sobald etwas nicht funktioniert, die Schuld bei den Anderen suche, fängt Hochmut an. Oft geht diese Selbstüberschätzung einher mit dem Ausblenden von eigenen Schwächen und Mängeln.
Wir leben in einer narzisstischen Gesellschaft, in der man sich immer nach dem Höchsten, Bestmöglichen und nach Superlativen hin orientiert, gleich-zeitig aber emotional den Kontakt zu sich selbst und zu seinen Mitmenschen verliert. Respekt und Wertschätzung gehen dabei verloren. Das kann so weit gehen, dass nur noch über Kommandos, Beschimpfungen, Vorwürfe, Verurteilungen oder mit Streit kommuniziert wird. Die gesunde und gewaltfreie Kommunikation ist kaum noch möglich. Hochmut verursacht Leiden, für andere und für einen selbst.
Das Gegenteil ist Demut. Wenn ich mir klarmache, dass vieles, worauf ich stolz bin, gar nicht mein Verdienst, sondern ein Geschenk ist, kann mich das demütig machen. Demut meint aber nicht, dass ich denke, ich bin wertlos, sondern es geht darum, dankbar dafür zu sein, was ich habe, z. B. dass ich gesund bin, in Frieden leben kann und große und wunderbare Fähigkeiten habe, die von Gott kommen. Demut ist für die menschliche Zukunft überlebensnotwendig. Die kommenden Probleme, seien es der Klimawandel, die Überbevölkerung oder der Verlust an Wasser und Bodenschätzen und die damit drohenden Kriege, können nicht durch den Hochmut Einzelner, sondern nur durch die Demut aller gelöst werden. Nur die gegenseitige Wertschätzung als Menschen und der rücksichtsvolle Umgang mit der Natur, das Beschränken auf das Wesentliche und der Verzicht auf ein stetiges Wachstum können noch das Überleben unseres Planeten sichern.
Deshalb widersteht Gott den Hochmütigen und gibt den Demütigen Gnade.

Friedhelm Kasparick, Pfarrer in Halle

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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