Ausstellung im Bachhaus Eisenach
Renaissance eines Meisters
- Bachhaus in Eisenach
- Foto: epd-bild/Norbert Neetz
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Weltweit gibt es mittlerweile regelmäßig stattfindende Festivals zur Musik des Barockkomponisten Johann Sebastian Bach (1685–1750). Eine Ausstellung im Bachhaus Eisenach beleuchtet nun die Anfänge der Bach-Renaissance und die Geschichte der Bachfeste.
Von Matthias Thüsing
Unter dem Titel „Phänomen Bachfest“ zeige die Schau die Entwicklung einer Bewegung, die nach dem ersten Berliner Bachfest 1901 international Verbreitung gefunden habe und heute Bachfeste auf allen Kontinenten umfasse, sagt Direktor Jörg Hansen.
Ausgangspunkt war die 1900 in Leipzig gegründete Neue Bachgesellschaft, die in diesem Jahr vom 11. bis zum 26. Juni das 100. Bachfest ihrer Geschichte feiert. Die Neue Bachgesellschaft habe die Idee schnell verbreitet, so Hansen. Zunächst seien einzelne Veranstaltungen in deutschen Städten wie Essen (1907) und Dortmund (1908) entstanden, später folgten regelmäßige Festivals, etwa in Leipzig, das seit 1999 jährlich ein Bachfest ausrichtet.
Auch international habe sich die Idee entwickelt: Zu den ältesten regelmäßigen Bachfesten zählt seit 1912 das Event in Bethlehem im US-Bundesstaat Pennsylvania. Das größte Bachfest finde seit 2015 in Malaysia statt.
Zu Lebzeiten war Bach vor allem als hervorragender Organist und Cembalist bekannt. Nach seinem Tod 1750 wurden viele seiner zahlreichen Werke nur noch selten aufgeführt. Die Wiederentdeckung seiner Musik sei insbesondere Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) zu verdanken. Er habe der „erstaunten Welt“ gezeigt, „dass der als Fugenschmied und Rechenmeister gefürchtete Bach ein Tondichter vom größten Maßstab war“, sagte der erste Vorsitzende der Neuen Bachgesellschaft, Hermann Kretzschmar, zur Eröffnung des ersten Bachfestes am 21. März 1901.
"Der als Fugenschmied und Rechenmeister gefürchtete Bach (war) ein Tondichter vom größten Maßstab."
Das Bachfest sei in vielen Sprachen ein Begriff geworden wie Kindergarten oder Oktoberfest, so Hansen. Insgesamt 83 regelmäßige Bachfeste seien identifiziert worden. Die Eisenacher Ausstellung präsentiert neben Fotos, Tonaufnahmen und historischen Dokumenten auch Plakate von 58 dieser Veranstaltungsreihen. Dabei wird auch die wechselvolle Geschichte der Bach-Rezeption in den Blick genommen. So wurde Bachs Musik im NS-Staat ideologisch vereinnahmt, in der DDR in die staatliche Kulturpolitik eingebunden und in der Bundesrepublik für touristische Zwecke genutzt.
Das Bachhaus Eisenach zeigt auf mehr als 600 Quadratmetern die weltweit größte Dauerausstellung zu Bachs Leben und Werk. In dem Haus am Eisenacher Frauenplan wurde Johann Sebastian Bach am 21. März 1685 geboren. epd
Autor:Online-Redaktion |
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