Menschen der Woche
Käßmann: "Nichts ist gut in Afghanistan"

Margot Käßmann
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Namen Theologin Margot Käßmann hat den Satz aus ihrer Neujahrspredigt als EKD-Ratsvorsitzende 2010 in der Dresdner Frauenkirche verteidigt. "Nichts ist gut in Afghanistan" – dieser Satz habe ihr damals "Kritik, Spott und Häme" eingebracht. In diesen Tagen werde er häufig zitiert. "Das ist leider bitter. Nicht für mich, sondern für die geschundenen Menschen in Afghanistan. Sie baden mit Leib und Leben aus, dass sie darauf vertraut haben, geschützt zu werden", sagte Käßmann.

Der Hauptgeschäftsführer des katholischen Hilfswerks Misereor, Pirmin Spiegel, hat die Aussetzung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Afghanistan kritisiert. "Das hat unsere Partner erschreckt", sagte Spiegel. Misereor arbeitet mit lokalen Organisationen und afghanischen Kräften am Hindukusch weiter. Diese sagten, dass dies «eigentlich eine doppelte Bestrafung» sei. Sie befänden sich in einer hoch desolaten und angstbesetzten Situation. Und in dieser Situation würden Gelder für die Projekte gestrichen. Spiegel betonte, dass die Gelder von Misereor für die Partner in Afghanistan aber weiter fließen.

Von der Arbeit ausgeschlossen wurde die afghanische Journalistin Shabnam Dawran. Ihr sei nicht erlaubt worden, an ihren Arbeitsplatz beim staatlichen Sender RTA zu gehen, erklärte sie in einem Video. Die Moderatorin bat das Ausland und internationale Organisationen um Hilfe. «Unser Leben ist in ernster Gefahr», sagte Dawran. Auch eine Journalistin von Tolo News habe ihren Arbeitsplatz nicht betreten dürfen. Weiterhin ist laut Medienberichten Khadija Amin, die neue Sprecherin des staatlichen Senders, von den Taliban durch einen Mann ersetzt worden.

Berlins Bischof Christian Stäblein hält eine Debatte über den Sinn des Engagements in Afghanistan für notwendig. "Wir Kirchen wissen gerade aus der eigenen Missions- und Kolonialgeschichte, wie problematisch das Aufzwingen von Werten und Überzeugungen sein kann, wenn sie doch fremd sind, fremd bleiben", sagte der der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Erzwingen gehe eben nicht, nur überzeugen ohne jede Form von Gewalt.

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Online-Redaktion

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