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Abschlussexamen soll entfallen
Pfarramts-Studium soll reformiert werden

Foto: epd-bild/Jens Schulze

Pfarramts-Studierende, die sich neu orientieren wollen, bleibt oft nur der Abbruch des Studiums. Die Umstellung der Studiengänge auf das Bachelor-Master-System soll das ändern. Kritiker befürchten eine Schwächung der wissenschaftlichen Qualität.

Von Urs Christian Mundt 

Jena (epd). Der Evangelisch-theologische Fakultätentag hat den Weg freigemacht für ein flexibleres Pfarramts-Studium. Bei seiner Tagung in Jena verabschiedete das hochschulpolitische Gremium eine neue Rahmenstudienordnung, die die Umstellung der Studiengänge auf das Bachelor-Master-System erlaubt.

Studierende, die sich umorientieren möchten, können das Studium vorzeitig mit einem Bachelor abschließen.
Der Vorsitzende des Fakultätentags, der Kieler Theologieprofessor Andreas Müller, sagte:  „Ich hoffe, dass dadurch eine hohe Schwelle für Studieninteressierte abgebaut wird“. Eine solche „Exit-Option“ gebe es beim bisherigen Pfarramts-Studium mit dem Abschluss Magister Theologiae nicht. Er erhoffe sich außerdem eine größere Mobilität hin zu anderen Studiengängen, etwa zum Lehramt oder zu unterschiedlichen Master-Programmen.

Jahrelange Diskussionen

Dem Beschluss war eine jahrelange Diskussion zwischen Befürwortern des Bachelor-Master-Systems und denen, die an den bisherigen Magister- und Diplom-Studiengängen festhalten wollen, vorausgegangen. Nach der in Jena erzielten Einigung soll es Universitäten und Landeskirchen künftig freigestellt sein, nach welchem Modell sie Studienordnungen und Prüfungen ausgestalten.

Die theologischen Fakultäten hatten sich der Bologna-Reform, also der Anpassung an das Bachelor-Master-System, bisher weitgehend entzogen. Wie in Jura und Medizin stand am Ende des Pfarramts-Studiums traditionell ein Abschlussexamen über die gesamte Breite des Stoffes. Dies ist nach den in Jena beschlossenen Rahmenstudien- und Prüfungsordnungen nicht mehr vorgesehen. Kritiker befürchten, dass die Reform die wissenschaftliche Qualität und die Freiheit des theologischen Studiums schwächt.

Studium soll attraktiver werden

Müller stellte die Ziele heraus: Die neue Rahmenordnung ermögliche eine attraktives und zeitgemäßes Theologiestudium, etwa indem sie Interdisziplinarität und Multiperspektivität stärke. Für das Pfarramt müssten Studierende weiterhin die drei alten Sprachen Hebräisch, Griechisch und Latein erlernen, im Bachelor-Studium zwei und eine weitere im Master-Studium. Ziel der Ordnung sei es überdies, das Pfarramts-Studium auf fünf Jahre zu verkürzen.

Mit der Reform reagierten die Fakultäten auch auf die in den vergangenen Jahren eingebrochenen Studierendenzahlen und den Pfarrermangel der Landeskirchen. Der Evangelisch-theologische Fakultätentag ist die hochschulpolitische Vertretung der 19 Evangelisch-theologischen Fakultäten und Fachbereiche an deutschen Universitäten und der kirchlichen Hochschulen in Neuendettelsau, Wuppertal und Oberursel.

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Online-Redaktion

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