Neues Gesangbuch
Wichtige Entscheidungen fallen in Thüringen
- Foto: EKD
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In Erfurt werden in den kommenden Tagen wichtige Meilensteine für das neue Evangelische Gesangbuch gelegt: Die Gesangbuchkommission der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) tagt vom 25. bis 28. Oktober im Augustinerkloster, um die Erprobungsphase auszuwerten. Dazu hat die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) ein besonderes öffentliches Musikprogramm in der Augustinerkirche organisiert. Los geht es am 25. Oktober mit einem Gesprächskonzert „Vom Enchiridion bis heute“ mit dem Augustiner-Vocalkreis unter Leitung von Landeskirchenmusikdirektorin Ingrid Kasper und einem Blechbläserensemble der EKM unter Leitung von Landesposaunenwart Kirchenmusikdirektor Frank Plewka. Die Moderation übernimmt die Kontaktgruppe „Neues Gesangbuch“ der EKM (19.30 Uhr). Am 26. Oktober um 18 Uhr folgt eine Abendandacht mit Orgelmusik von Ingrid Kasper. Die musikalische Abendandacht am 27. Oktober um 18.30 Uhr wird von Landesbischof Friedrich Kramer, Superintendentin Dr. Constance Hartung und Landespopkantor Christian König mit Band gestaltet.
Es werden jeweils Lieder aus dem neuen Gesangbuch zu hören sein, wobei im Gesprächskonzert die traditionellen Choräle und Lieder mit einem engen Bezug zur EKM auf dem Programm stehen, bei der Abendandacht am 27. Oktober wird das Hauptaugenmerk hingegen auf der Popularmusik liegen. „Unglaublich, welch ein Schatz von Liedern, Chorälen und Songs sich da zeigt“, betont Ingrid Kasper.
Die EKD-Gesangbuchkommission hat für das neue Gesangbuch 17.000 Lieder bewertet und für den Stammteil 600 Lieder und 250 Texte „in einer ausgewogenen Zusammenstellung zwischen Tradition und Innovation“ vorgesehen. Mehr als die Hälfte der Lieder stammt von Autoren aus dem 20. und 21. Jahrhundert, in der digitalen Ausgabe sind es fast dreiviertel der Autoren. Die meisten Lieder kommen aus den deutschsprachigen Ländern, 37 Prozent sind aus allen Teilen der Welt und nehmen so die internationale Ökumene in den Blick. Bis zum 31. Juli konnten die Landeskirchen Rückmeldungen geben. Die Kommission wertet nun alle Reaktionen aus. „Das wird sehr spannend, denn es gab auch viel Kritik, beispielsweise wegen der politischen oder ethischen Einstellung der Liedschaffenden. Nun geht es darum, so neutral wie möglich zu entscheiden“, berichtet Ingrid Kasper. Da sie eine hohe Emotionalität bei den Rückmeldungen gespürt hat, ist es für sie sehr wichtig, alle Stimmen einzubeziehen, damit das neue Gesangbuch die Menschen tatsächlich zum Singen anregt.
Aus der EKM sind laut aktuellem Vorschlag im neuen Gesangbuch die Lieder „Du suchst mich“ von Andreas Mücksch (Pauluskirche, Halle) und das „Wernigeröder Gloria“ von Olaf Engel (Kreiskantor Kirchenkreis Halberstadt) enthalten. Manfred Schlenker mit „Komm in unsere stolze Welt“ sowie Klaus-Peter Hertzsch mit „Vertraut den neuen Wegen“ sind weitere Autoren aus Mitteldeutschland.
Weitere Informationen im Internet:
https://www.kirchenmusik-ekm.de/aktuelles/neues-gesangbuch www.ekd.de/evangelisches-gesangbuch
Hintergrund:
Mitte des Jahres 2029 soll das Gesangbuch eingeführt werden. Es sind auch Ausgaben im Großdruck, als Schmuckausgabe und mit Akkordsymbolen geplant. Die Erstauflage soll bis zu 1 Million betragen. Die digitale Ausgabe enthält unter anderem PC-Software, eine App fürs Smartphone und die Kreativplattform https://mitsingen.de/. Zahlreiche Begleitpublikationen wie Tastenbücher, Chor-, Bläser und Klavierausgaben sind in Arbeit. Im März 2027 soll die Liedauswahl endgültig beschlossen werden. Bis dahin läuft unter anderem die Redaktionsarbeit, zum Beispiel zu Text- und Melodiefassungen sowie rechtlichen Fragen.
Auf der Seite des Zentrums für Kirchenmusik der EKM gibt es alle Informationen wie die vorläufige Liederliste.
Autor:susanne sobko |

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