G+H fragt ...
Würdest du in den Krieg ziehen?
- Demos gegen den künftigen Wehrdienst: Im Dezember 2025 haben Schüler in fast 90 Städten und Regionen gegen das neue Wehrdienst-Gesetz protestiert.
- Foto: epd-bild/Christian Ditsch
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Der Wehrdienst und die mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht beschäftigt vor allem die Jugendlichen der Jahrgänge ab 2008. Wir haben junge Menschen aus Mitteldeutschland gefragt: Würdest du in den Krieg ziehen?
Malte Christian Ebel, 17 Jahre, Leuna
- Malte Christian Ebel
- Foto: M. Ebel
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Seit einiger Zeit läuft die Debatte über eine Wiedereinführung der Wehrpflicht. Ich gehöre zu dem ersten Jahrgang, der wieder gemustert werden soll. Viele meiner Freunde und ich haben bereits im letzten Jahr einen Flyer bekommen, und ab diesem Jahr soll ein Fragebogen folgen. Der Gedanke daran löst bei mir ein mulmiges Gefühl aus. Täglich sieht man die Folgen von Kriegen, und die Vorstellung, selbst irgendwann dort stehen zu müssen, ist erschreckend.
In der Schule waren wir uns meist einig, dass wir den Dienst an der Waffe verweigern würden. Noch wäre das möglich, doch falls sich nicht genug Freiwillige finden, könnte auch diese Option wegfallen. Gleichzeitig merke ich meine eigene Unentschlossenheit: Wüsste ich, dass mir nichts passieren kann, würde ich vermutlich anders denken. Aber wer geht schon leichtfertig mit seinem Leben um – besonders, wenn man gerade erst dabei ist sein weiteres Leben zu planen.
Was mich zusätzlich beschäftigt, ist die Haltung derjenigen, die solche Entscheidungen treffen. Oft wirkt es, als würden politische Forderungen schnell gestellt, während für unsere Generation an anderer Stelle wenig getan wird. Diese Diskrepanz macht es schwer, Vertrauen zu fassen.
Am Ende weiß ich nicht, wie ich mich entscheiden würde. Aber ich wünsche mir, dass man mit unserer Zukunft nicht leichtfertig umgeht, sondern auf die Menschen schaut, die am stärksten betroffen sind – und sich nicht nur in Momenten der Not an sie erinnert.
Joschua Glemnitz, 16 Jahre, Weimar
- Joschua Glemnitz
- Foto: Foto: André Poppowitsch
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Den neuen Wehrdienst finde ich nicht gut und sehe es nicht ein, für ein Land in den Krieg zu ziehen. Ich will nicht für Andere sterben oder Menschen töten müssen. Daher würde ich keinen Wehrdienst leisten. Auch das Argument, dass man dem Staat etwas zurückgeben soll, finde ich schwierig. Ich habe nicht den Eindruck, dass die Regierung viel darauf gibt, wie es uns Jugendlichen geht. Aber wenn es darum geht, für sie in den Krieg zu ziehen, dann haben sie uns im Blick.
Mika Balke, 14 Jahre, Uebigau
- Mika Balke
- Foto: Foto: M. Balke
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Für meine Familie und meine nationale Identität würde ich in den Krieg ziehen. Ich würde mich verpflichtet fühlen, die Dinge zu verteidigen, die mir am Herzen liegen. Jedoch ist der Krieg nicht mit meinen religiösen Werten vereinbar. Kriege sind gekennzeichnet durch Mord und Zerstörung. Dafür würde ich keine Uniform tragen. Nur für den Schutz meiner Heimat und den Schutz der Menschen, die sich selbst nicht wehren können, würde ich dienen, aber auch nur dann, wenn es sich um einen Verteidigungskrieg handelt und nicht um einen ungerechtfertigten, völkerrechtswidrigen Angriff.
Noah Ladewig, 17 Jahre, Magdeburg
- Noah Ladewig
- Foto: Foto: Thomas Nawrath
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Ich könnte mir gar nicht vorstellen, in den Krieg zu ziehen. Und ich kann mir nicht vorstellen, eine Waffe gegen jemanden anderen einzusetzen. Eher würde ich versuchen, mit meiner Familie zu emigrieren, als einen Dienst an der Waffe zu leisten.
Autor:Online-Redaktion |
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