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Kirche im Wahljahr
- hochgeladen von Beatrix Heinrichs
EKM, Landeskirche Anhalts und Diakonie Mitteldeutschland setzen 2026, wie schon 2024 bei der Landtagswahl in Thüringen, auf Claims, um sich abzugrenzen.
Von Willi Wild
Die Banner „Herz statt Hetze“ und „Unser Kreuz hat keine Haken“ sollen vor der Sachsen-Anhalt-Wahl deutlich machen, dass Kirche und Diakonie die AfD für nicht wählbar halten.
Landesbischof Friedrich Kramer ist sich darüber im Klaren, dass mit der Botschaft leider nicht die Menschen erreicht werden, die man erreichen möchte. Aber dann sollen damit wenigstens die gestärkt werden, die in ihren Gemeinden auf Herz setzen und sich Angriffen von ganz rechts gegenübersehen. Diakoniechef Christoph Stolte spricht von einer „Kultur der Herzlichkeit“. Das Herz sei nicht nur Ort der Emotionen, sondern biblisch auch des Verstandes. Und an den wolle man in diesen Zeiten appellieren.
Ob das ausreicht, Menschen zum Umdenken zu bewegen? Kirche muss Farbe bekennen, politisch wie geistlich. Sie muss sich gegen jegliche abwertenden, ausgrenzenden Einstellungen und Verhaltensweisen wenden. Gegen Antisemitismus ebenso wie gegen Islam- und Christenfeindlichkeit. Und sie muss sich gegen die Ideologie der Ungleichwertigkeit wenden. Das wird höchstwahrscheinlich kein Wahlergebnis beeinflussen, aber unser Miteinander. Übrigens im EKM-Webshop kann man auch dieses Banner bestellen: „Selig sind, die Frieden stiften.“
Autor:Willi Wild |
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