Wittenberg
Initiative erinnert an ostdeutsche Theologen

Foto: epd-bild/Steffen Schellhorn

Eine neu gegründete Initiative will die Leitthemen der beiden ostdeutschen Theologen Christian Führer und Friedrich Schorlemmer weitertragen.

Wittenberg (epd). Die Leipziger Stiftung Friedliche Revolution will sich für das Vermächtnis der beiden ostdeutschen Theologen Christian Führer (1943-2014) und Friedrich Schorlemmer (1944-2024) einsetzen. Zur Vorstellung eines neu gegründeten „Christian Führer & Friedrich Schorlemmer-Freundeskreises“ am Sonntag in Wittenberg teilte die Stiftung mit, das gewaltlose Streiten der beiden für eine friedlichere Welt, gegen die gnadenlose Zerstörung der Schöpfung und gegen die weltweite Ungerechtigkeit bleibe unvergessen.
Der Bischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Friedrich Kramer, sagte, es sei wichtig, „das Feuer am Brennen zu halten“ und zu schauen, wie es um Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung bestellt sei. Es sei wichtig, weiterzudiskutieren und sich in die Gesellschaft einzubringen, sagte Kramer als Weggefährte Schorlemmers und Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Der Theologe und Publizist Friedrich Schorlemmer (1944-2024) war rund 30 Jahre als Dozent und Studienleiter in Wittenberg tätig und gehörte dem Kuratorium der Stiftung an. Christian Führer war 28 Jahre Gemeindepfarrer an der Leipziger Nikolaikirche und einer der Gründerväter der Stiftung Friedliche Revolution.

Wittenbergs Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) sagte, die Beschäftigung mit den Lebensthemen von Schorlemmer und Führer sei nicht nur ein „Blick nach hinten“. Die Themen, für die sich die beiden zu ihren Lebzeiten eingesetzt hätten, seien „heute Kernthemen, die wir jeden Tag in den Nachrichten sehen“. Beide seien mit ihrer Sprache sehr wirkmächtig gewesen, sagte Zugehör weiter. Dies sei in der heutigen Zeit besonders wichtig, wo vieles verroht und verkürzt dargestellt werde. Zugehör ist auch Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentags 2027 in Düsseldorf.

Sebastian Krumbiegel, der Sänger der Band „Die Prinzen“, sagte, „beide Männer waren gewaltlose Kämpfer: Klar in der Sache, nicht verletzend“. Sie hätten sich für die „alte Lady“ Demokratie eingesetzt, „die gerade ganz schön unter Beschuss steht“. Krumbiegel engagierte sich oft an der Seite von Christian Führer für eine offene Gesellschaft und gegen Rechtsextremismus.

Die Veranstaltung der Stiftung in den Wittenberger Cranach-Höfen stand unter der Fragestellung „Sind wir noch zu retten?“. Dabei sollten die Themenschwerpunkte der Ökumenischen Versammlungen in der DDR - Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung - angesichts der weltweiten Herausforderungen thematisiert werden.

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Online-Redaktion

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