Kontroverse
Impfpflicht zum Schutz vor Corona einführen?

Impfnachweise, analog und digital
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Sollte eine allgemeine Impfpflicht gegen das Virus SARS-CoV-2 eingeführt werden?
Diakoniepräsident Ulrich Lilie und der Medizinethiker Axel Bauer nehmen dazu Stellung.

PRO
Impfpflicht rettet Leben
Der Präsident der Diakonie Deutschland, Pfarrer Ulrich Lilie,
erklärt: „Dass ich mich heute vehement für eine allgemeine Impfpflicht zum Schutz der Verletzlichsten in unserer Gesellschaft ausspreche, verdankt sich unseren Erfahrungen mit den Impfkampagnen und der immer dramatischeren Corona-Situation.“ Die „erschreckend steigenden Inzidenzen“ und die „verheerenden Verhältnisse auf den Intensivstationen“ verlangten sofort eine Vielzahl von Maßnahmen.
Das Ziel sei, Übertragungsketten zu unterbrechen, Krankheitsverläufe zu mildern und diejenigen zu schützen, die schutzlos seien: Kinder, Menschen mit Behinderung, chronisch Kranke und Alte. Dabei sei das Impfen die „wirksamste Maßnahme“.
Lilie weiter: „Ich hätte noch vor wenigen Wochen bestritten, dass eine Impfpflicht nötig sein wird. Doch der Staat hat seine Verpflichtung zum Schutz von Menschenleben jetzt weitsichtig einzulösen.“ Es gelte zu handeln. „Es sei denn, wir wollen das Leiden und den Tod sehr vieler Menschen in Kauf nehmen.“ Wer sich nicht impfen lasse, schade nicht nur sich selbst, sondern stelle Eigeninteressen über die Unversehrtheit aller anderen. „Wir haben mit den Impfstoffen wirksame Mittel gegen schwere Krankheitsverläufe." Die Impfpflicht rette Leben.

KONTRA
Weder geeignet noch angemessen
Professor Axel W. Bauer, der Leiter des Fachgebiets Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Universität Heidelberg, hält die Einführung einer Impfpflicht für „weder geeignet noch erforderlich noch angemessen“, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Ein Erreger, der Infektionen der oberen Atemwege auslöse, lasse sich nicht definitiv ausrotten, da er sich fortlaufend verändere.
Angesichts „häufiger Nebenwirkungen“ der „noch nicht lange genug erprobten Impfstoffe“ sowie zunehmender Impfdurchbrüche und der „relativ kurzen Wirkungsdauer“ könne man nicht davon ausgehen, dass eine Impfpflicht das verfassungsrechtlich adäquate „mildeste Mittel“ wäre. Erforderlich wären stattdessen die Entwicklung einer spezifischen Prophylaxe sowie zielgenauerer Therapien.
Bauer: „Im Hinblick auf die Angemessenheit der Maßnahme muss vorrangig das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit in den Blick genommen werden.“ Da die Covid-Impfung eine „legitime eigennützige Maßnahme zur erhofften Verringerung des persönlichen Erkrankungsrisikos“ sei, dürfe der Staat sie seinen Bürgern nicht gegen deren Willen oktroyieren.
(idea)

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