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Grenze der Schöpfung

Weltweit sind fast eintausend Kulturstätten und Naturräume von der Unesco als Welterbe anerkannt. In Deutschland sind es rund fünfzig, einige davon befinden sich in Mitteldeutschland.

Von Ralf-Uwe Beck

Dazu kommen könnte: das Grüne Band. Ist bereits beantragt, beim Welterbe-Komitee. 1400 Kilometer lang war die Grenze zwischen Ost und West. Sperrgebiet. Außer ein paar Grenzsoldaten keine Menschenseele. Ideal für bedrohte Pflanzen- und Tierarten.

Der ehemalige Todesstreifen ist zur Lebenslinie geworden. Hierhin haben sich Arnika und Küchenschelle, Wachtelkönig und Wiesenknopfameisenbläuling zurückgezogen. Heute – nach vielen Kämpfen von Umweltverbänden – steht das Grüne Band unter Naturschutz. Ein Streifen Wildnis, auf dem sich zeigt, wie Gott das gemeint hat mit seiner Schöpfung. Übriggelassen haben wir davon nur einen kläglichen Rest. Wir zersiedeln und versiegeln auf Teufel komm raus. Unberührte Natur gibt es kaum noch. Am Grünen Band können wir sehen, welche Kraft die Schöpfung entfalten kann, wenn wir uns nicht einmischen. Greifen wir ein, weiß man nie, ob es gut geht. Überlassen wir die Natur sich selbst, geht das immer gut.

Das Grüne Band soll Weltnaturerbe werden, vielleicht sogar Weltkulturerbe. Schließlich ist hier mal eine Grenze überwunden worden. Und wir haben aus der Natur das Beste gemacht. Nämlich: nichts.

Der Autor ist Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der EKM.

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