Sommertour des Landesbischofs
Engagement, das oft zu wenig gesehen wird
- Den Auftakt für die Sommertour unter dem Motto "Starke Stimmen - Frauen in Sachsen-Anhalt" bildete ein Besuch beim Landesfrauenrat in Magdeburg. Von Magdeburg ging es nach Weißenfels, wo Kramer die Gleichstellungsbeauftragte Katja Henze und engagierte Frauen aus der Region durch die Stadt führten.
- Foto: EKM/Juliane Baumann
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Kinderstunde, Seniorenkreis, Chor, Kirchencafé und Pfarrbüro - viele Aufgaben in Kirchengemeinden werden oft von Frauen getragen. Um ihnen zuzuhören, besucht Landesbischof Kramer in dieser Woche unter dem Motto „Starke Stimmen – Frauen in Sachsen-Anhalt“ in Sachsen-Anhalt mehrere Projekte. Dabei warnte er vor dem Wegfall von Unterstützungs- und Hilfsangebote für Frauen durch eine mögliche AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt.
Von Claudia Crodel
Drei Tage lang war EKM-Landesbischof Friedrich Kramer unter dem Motto „Starke Stimmen – Frauen in Sachsen-Anhalt“ im Norden der EKM unterwegs, in dem Bundesland, in dem am 6. September ein neuer Landtag gewählt wird. Er besuchte unter anderem den Landesfrauenrat, die Gleichstellungsbeauftragte in Weißenfels, das Familienzentrum in Quedlinburg, die Gruppe „Frauen für Halberstadt“, die Frauengruppe der Kirchengemeinde Bitterfeld, das psychologischen Beraterteam für Frauenhäuser und die „Omas gegen rechts“ in Halle.
„Da, wo sich Frauen zusammenfinden, gibt es die einhellige Meinung: Wenn du dich nicht zeigst, wirst du nicht gesehen“, erzählte der Landesbischof im Anschluss der Tour. Es sei beeindruckend, wie viele Frauen sich engagieren. Pfarrerin Eva Lange und Juliane Baumann von den Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland begleiteten den Landesbischof. Die Bilanz: Die Gruppen und Initiativen, bei denen man zu Gast war, seien dankbar über den Besuch gewesen. „Positiv werde gesehen, dass wir als Kirche klar Position beziehen, aber auch offen sind und zuhören. „In vielen der Netzwerke ist Kirche mit dabei“, freute sich Kramer.
„Da, wo sich Frauen zusammenfinden, gibt es die einhellige Meinung: Wenn du dich nicht zeigst, wirst du nicht gesehen.“
Ein großes Thema auf der Tour war der Schutz und die Unterstützung von Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Das Thema sei oft unterbelichtet. „Es ist erstaunlich, welcher Gefahr manche Frauen durch gewalttätige Männer ausgesetzt sind, über alle Gesellschaftsschichten hinweg“, sagte Kramer. Um so wichtiger seien die, die betroffene Frauen bestärken, sich zu trauen, da auszusteigen, und die Frauen dabei unterstützen. „Gerade der Schutz von Frauen im ländlichen Raum sei oft schwierig. Wir müssen zeigen, dass wir als kirchlicher Raum auch Schutzräume bieten können“, ergänzte Juliane Baumann.
Oft wurde das Thema Armut angesprochen. Gerade in Sachsen-Anhalt, wo es viele gebrochene Erwerbsbiografien mit Arbeitslosigkeit, niedrige Renten und kaum Kapital gibt, habe das eine starke Dimension. Das beträfe auch die Einsamkeitsproblematik.
Trotz Sorgen nicht einschüchtern lassen
Immer wieder sei die Angst und Sorge darüber zur Sprache gekommen, was nach der Wahl passiert. Ein Blick in das Wahlprogramm der AfD zeige ein toxisches Männerbild, das die Frau an Heim und Herd bringen will. Die Vielfalt, die vorhanden ist, gehe dadurch verloren.
„Das ist verschleierte Gewalt an Frauen“, betonte der Landesbischof. Positiv bewertete er, dass die besuchten Frauengruppen, unter anderem die in Halberstadt und Weißenfels, trotzdem weiter machen und sich nicht einschüchtern lassen wollen. „Mir als Mann ist klar geworden, dass da auch Männersolidarität gefragt ist.“
„Mir als Mann ist klar geworden, dass da auch Männersolidarität gefragt ist.“
Eindruck hinterließ auch der Besuch des Queer-feministische Zentrum in Quedlinburg, das Theater, Konzerte, Ferienprogramme für alle anbietet und die Menschen stärkt, ihre Vielfalt zu leben. Eva Lange hat auf der Sommertour immer wieder erlebt, wie viele berufstätige Frauen sich ehrenamtlich engagieren, nicht nur in der Kirchengemeinde, sondern in ihrem Ort, für die Gemeinschaft. Das hat die Pfarrerin beeindruckt.
An den Abenden der Tour lud der Landesbischof unter dem Motto „#verständigung“ zu Abendgebeten: nach Schönebeck, nach Horburg und nach Bitterfeld. Neben dem Gebet und Gesang wurde miteinander geredet und dabei zugehört.
Autor:Claudia Crodel |
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