Neue Fachstelle soll antisemitische Vorfälle dokumentieren
Diakonie leitet RIAS

Seit Januar 2021 wird die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Sachsen-Anhalt (RIAS Sachsen-Anhalt) aufgebaut. Ihre Aufgabe ist es, antisemitische Vorfälle im Land zu dokumentieren und Betroffene zu unterstützen.

Von Claudia Crodel

Dabei arbeite die Fachstelle so, dass für Betroffene von antisemitischen Vorfällen ein geschützter Austausch möglich ist und ihre Erfahrungen ernst genommen und erfasst werden, so Frieder Weigmann, Pressesprecher der Diakonie Mitteldeutschland. Die Diakonie Mitteldeutschland ist – gefördert durch das Land Sachsen-Anhalt – Träger der RIAS Sachsen-Anhalt.
Max Privorozki, Vorstand der Jüdischen Gemeinde Halle, begrüßt den Aufbau einer solchen Fachstelle. „Ich kenne zwar nicht die Statistik, aber ich weiß, dass es immer wieder antisemitische Vorfälle gibt. Das war vor dem Anschlag auf unsere Synagoge so und es gibt sie auch jetzt“, berichtet Privorozki. Wenn die antisemitischen Vorfälle dokumentiert werden, könne man Maßnahmen einleiten, die Vorfälle weiterleiten an die Polizei oder die Staatsanwaltschaft. Teilweise seien es jedoch Dinge, die gar nicht strafrechtlich verfolgbar sind. Aber auch dann sei es wichtig, sie an Institutionen weiterzugeben, die gegebenenfalls reagieren könnten. Privorozki prangert vor allem das viele antisemitische Gedankengut an, das – oft auch unterschwellig – in der Gesellschaft da ist.
„Einige Fälle sind unerträglich“, sagt er und nennt Beispiele, wie das Tragen eines gelben Sterns von Demonstranten gegen die Corona-Maßnahmen oder Verlautbarungen etwa zu Jom haSchoa, dem Holocaustgedenktag am 8. April, wo es auch Wortmeldungen in der Art gab: „Die Juden, das ist eine Gruppe, die immer Opfer sind.“
„Ich freue mich sehr, dass die Diakonie Mitteldeutschland die Aufgabe der Leitung übernommen hat, und bin dafür sehr dankbar. Ich finde es wichtig, dass ein solches Projekt von einer unabhängigen Stelle geführt wird, also nicht von einer jüdischen Gemeinde oder einer staatlichen Stelle“, sagt Max Privorozki.

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Online-Redaktion

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