Naumburger Dom
Cranach-Triegel-Altar abgebaut
- Foto: Doris Weilandt
- hochgeladen von Online-Redaktion
Naumburg (red). Der Cranach-Triegel-Altar im Naumburger Dom ist heute abgebaut worden. Das Werk des Leipziger Maler Michael Triegel geht am Wochenende auf Reisen und soll ab dem 2. November in der Kapelle auf dem Campo Santo Teutonico in Rom zu sehen sein. Die Ausleihe läuft über zwei Jahre. Campo Santo Teutonico lässt sich mit «Friedhof der Deutschen» übersetzen, die dortige Kirche ist der Schmerzhaften Mutter Gottes geweiht.
Mit dem Abbau des dreiflügeligen Altars in dem 700 Jahre alten Dom war laut der Sprecherin am Mittwoch begonnen worden. Bis zum Wochenende soll er transportfähig verpackt sein. Die Aufstellung in der Kapelle neben dem Petersdom in Vatikanstadt wird am 2. November mit einem Festakt begangen, an dem auch eine Delegation der Vereinigten Domstifter aus Naumburg teilnehmen wird.
Die Entscheidung, den umstrittenen Altar erneut für zwei Jahre auf Reisen zu schicken, war Mitte September gefallen. Für die Zeit der Ausleihe nach Rom sei nicht geplant, im Naumburger Dom etwas anderes an die Stelle des Altars zu setzen. Während der zwei Jahre soll in Naumburg eine einvernehmliche Lösung für einen künftigen Standort des Altars gefunden werden, die den Titel als Unesco-Welterbe nicht gefährdet.
2022 fügte der Michael Triegel den beiden erhalten gebliebenen Seitenflügeln des Altaraufsatzes von Lucas Cranach dem Älteren (1472-1553) ein modern gestaltetes Mittelteil hinzu. Im Juli 2022 kehrte der Altar dann in den Westchor zurück. Nach Ansicht des Internationalen Rates für Denkmalpflege Icomos verdeckt der Altar nun aber die berühmten Stifterfiguren im Westchor um Uta von Naumburg und Markgraf Ekkehard II. von Meißen. In der Folge war zeitweilig über eine Aberkennung des Welterbetitels diskutiert worden.
Autor:Online-Redaktion |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.