Theologe Markschies zu Halle und Antisemitismus
Christen nicht frei von antisemitischen Ressentiments

Christoph Markschies
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Die christlichen Kirchen müssen aus Sicht des Leiters des Berliner Instituts Kirche und Judentum (IKJ), Christoph Markschies, stärker gegen Antisemitismus vorgehen. Auch unter Christen gebe es antisemitische Ressentiments, schrieb der Professor für Ältere Kirchengeschichte an der Humboldt-Universität in einem Gastbeitrag für die in Weimar erscheinende mitteldeutsche Kirchenzeitung "Glaube + Heimat" (Ausgabe zum 20. Oktober). "Es gibt in den christlichen Kirchen nicht nur eine unselige Tradition der Judenfeindschaft, sondern nach wie vor schlimme Entgleisungen", so der Theologe.
Gegenüber absurden Positionen müsse man betonen, dass die Juden das von Gott erwählte Volk seien. "Wer dieses Volk angreift, greift auch die Christen an", unterstrich Markschies. Wer die Hebräische Bibel für einen fremden Text erkläre, entfremde sich vom Christentum. Durch die Ereignisse von Halle sei hoffentlich noch mehr Menschen deutlich geworden, dass Christen an die Seite ihrer jüdischen Geschwister gehörten.
In Halle waren vor einer Woche in der Nähe einer Synagoge zwei Menschen erschossen worden. Ein rechtsextremistischer Angreifer hatte zuvor gewaltsam versucht, in die Synagoge einzudringen, in der gerade ein Gottesdienst stattfand.
Das Institut Kirche und Judentum an der Humboldt-Universität ist ein Werk der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Das Institut will wissenschaftlich korrekte Informationen über die Geschichte und Gegenwart des Judentums für die theologische Ausbildung und die Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. (epd)

Autor:

Willi Wild aus Weimar

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