Judentum

Beiträge zum Thema Judentum

Kirche vor Ort

Iraner und Juden gründen Verein Ester
«Ein wertvolles Instrument für den Tag danach»

Unter dem Namen «Ester» hat sich in Erfurt ein neuer Verein gegründet. Er setzt sich für die Verständigung zwischen Christen, Juden und Muslimen ein. Vor allem die Arbeit mit Jugendlichen steht dabei im Fokus. Von Matthias Thüsing  Erfurt (epd). «Wir Iraner», sagt Pirusan Mahboob, «sind alles andere als Antisemiten.» Mehr als 40 Jahre habe die iranische Staatsführung alles getan, das Land in diese Rolle zu drängen. «Aber wir haben es satt, der Paria der Weltpolitik zu sein. Wir wollen als...

  • 24.03.26
Aktuelles
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Verein gegründet
„Ester“ setzt sich für Verständigung ein

Erfurt (red). Unter dem Namen "Ester" hat sich in Erfurt ein neuer Verein gegründet, der sich für die Verständigung zwischen Christen, Juden und Muslimen einsetzen möchte. Zum Vorsitzenden wurde der Erfurter Unternehmer Heinz-Jürgen Kronberg gewählt. "Wenn Deutschland nach dem Zivilisationsbruch des Holocaust wieder zu Dialog, Versöhnung und Partnerschaft mit Israel und jüdischem Leben fähig war und ist, dann sollte diese Erfahrung auch Mut machen für andere Regionen der Welt“, erklärt der...

  • 12.03.26
Blickpunkt
Die Vorsitzende des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden, Inessa Myslitska, in der Neuen Magdeburger Synagoge. | Foto: Thomas Nawrath
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Jüdischer Landesverband in Sachsen-Anhalt
Teil der Gesellschaft

Jüdinnen und Juden sind Teil der Gesellschaft. Doch zahlreiche antisemitische Vorfälle haben auch in Sachsen-Anhalt Ängste und Sorgen geschürt. Der Landesverband Jüdischer Gemeinden will das nicht hinnehmen. Von Thomas Nawrath Magdeburg. Die rund 1.300 Jüdinnen und Juden in Sachsen-Anhalt verstehen sich als Teil der Gesellschaft und wollen sich wieder stärker in der Öffentlichkeit zeigen. Die Vorsitzende des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden, Inessa Myslitska, sagte dem Evangelischen...

Aktuelles

Chanukka-Feiern
Rabbiner: Nicht entmutigen lassen

Berlin (kna). Der Berliner Rabbiner Yehuda Teichtal hat nach dem tödlichen Anschlag auf eine Chanukka-Feier in Sydney Jüdinnen und Juden dazu aufgerufen, sich nicht vom Lichterfest abhalten zu lassen. "Lassen Sie sich auf keinen Fall entmutigen. Natürlich fordern wir von anderen Respekt ein. Aber zuallererst müssen wir uns selbst respektieren: Das Lichterzünden gehört zu unserer Tradition", sagte der Rabbiner der Chabad-Gemeinde im Interview der "Jüdischen Allgemeinen". Chanukka dauert noch bis...

  • 17.12.25
Blickpunkt

Jahr der jüdischen Kultur
Chanukkia aus dem Erzgebirge

Das jüdische Lichterfest Chanukka beginnt am Sonntag. Acht Tage lang wird gefeiert. In Sachsen gibt es dazu erstmals einen ganz besonderen Leuchter. Von Katharina Rögner Seit 126 Jahren fertigt seine Familie erzgebirgisches Kunsthandwerk. Ringo Müller leitet im sächsischen Seiffen eine Manufaktur in vierter Generation. 35 Mitarbeitende produzieren im Jahr etwa 30.000 Artikel - Pyramiden, Schwibbögen, Räuchermänner, Nussknacker und andere Figuren. Im Februar erreichte den 55-jährigen Chef der...

  • 11.12.25
Kirche vor Ort
Am 19.11.2025 wurde die Kunstinstallation "Einfriedung" von Thomas Leu an der St. Stephani-Kirche in Calbe (Saale) enthüllt. Damit wird die judenfeindliche Schmähplastik aus dem 19. Jahrhundert dauerhaft (teil-)verhüllt. | Foto: Thomas Nawrath
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Kunst gegen judenfeindliche Schmähfigur
Symbol für Versöhnung und Frieden

Wie mit einer antisemitischen "Judensau" umgehen, wenn der Denkmalschutz die Beseitigung der Skulptur untersagt? Calbe hat sich für eine künstlerische Einfriedung und ein deutliches Zeichen für Versöhnung und Frieden von Christen und Juden entschieden.  Von Thomas Nawrath Calbe. Mit einem Friedenssymbol ist am Mittwoch ein judenfeindlich gestalteter Wasserspeier an der Stadtkirche St. Stephani in Calbe (Saale) dauerhaft verhüllt worden. Bei einer Gedenkstunde am Buß- und Bettag wurde ein aus...

Kirche vor Ort

Wittenberger Schmähplastik
Judaistin kuratiert Bildungsort

Wittenberg (epd). Die Judaistin Maren Krüger soll die geplante Ausstellung zum judenfeindlichen Relief an der Stadtkirche Wittenberg kuratieren. Die 66-jährige Berlinerin war bis 2024 im Jüdischen Museum Berlin als Kuratorin tätig, teilten die Evangelische Stadtkirchengemeinde und die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt mit. Gemeinsam mit Gemeinde und Akademie werde Krüger einen Bildungsort schaffen, an welchem das judenfeindliche Relief an der Wittenberger Stadtkirche historisch und...

  • 30.10.25
Glaube und Alltag

Juden und Christen
Nizäa hat Trennung verstärkt

Münster (epd). Das christliche Konzil von Nizäa vor 1.700 Jahren hat für den katholischen Theologen Michael Seewald der stärkeren Trennung zwischen Juden- und Christentum Vorschub geleistet. Das Osterfest sei vom Pessachfest entkoppelt worden, es sei eine andere Berechnungsmethode des Osterfests zugrunde gelegt worden, sagte der Sprecher des Exzellenzclusters «Religion und Politik» der Universität Münster. «Damit ist Nizäa einerseits ein weiterer Schritt in der lebensweltlichen Abkoppelung des...

  • 30.10.25
Glaube und Alltag

Ökumenische Bibelwoche
Buch Ester im Fokus

Stuttgart (epd). Die Ökumenische Bibelwoche 2025/2026 nimmt einen jüdischen Fokus ein. Dieses Jahr drehe sich alles um das Buch Ester aus dem hebräischen Teil der Bibel, teilte die Deutsche Bibelgesellschaft mit: «Wie gehen wir mit unserer Identität und unserem Glauben um, wenn unsere Herkunft und unsere Überzeugungen uns in Gefahr bringen können?» Im Buch Ester wird berichtet, wie Ester, die Gemahlin des persischen Königs, die Juden Persiens vor der Verfolgung durch den Hofbeamten Haman...

  • 29.09.25
Feuilleton

Julia Gourfinkel
Verlegerin entdeckt jüdische Lyrikerin wieder

Mannheim (epd). Die Mannheimer Verlegerin Lisette Buchholz (persona-Verlag) will mit einer Neuauflage den lange Zeit vergessenen Gedichtband «An die Deutschen» der jüdischstämmigen Lyrikerin Julia Gourfinkel (1903-1950) aus Odessa wieder ins öffentliche Bewusstsein bringen. Am 1. Oktober jährt sich Gourfinkels Todestag zum 75. Mal. Die Texte von Gourfinkel, bekannt unter den Pseudonymen Julia Renner und später hauptsächlich Juliette Pary, seien «herbe Kost», sagte Buchholz im Gespräch mit dem...

  • 25.09.25
Aktuelles
Foto: Paul-Philipp Braun
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Erinnerung an NS-Opfer
Erfurter Initiative verlegt 15 Stolpersteine

Mit einer großen Aktion hat die AG Stolpersteine Erfurt mit der Bürgerstiftung Erfurt im Stadtbereich insgesamt 15 Stolpersteine verlegt. Sie erinnern an Menschen, die in der Zeit zwischen 1933 und 1945 durch die Nationalsozialisten gefoltert, deportiert, vertrieben oder ermordet worden. Die Initiative geht dabei vom Künstler Gunter Demnig aus, der damit das vermeintlich weltweit größte dezentrale Mahnmal der Welt erschaffen hat. Mittlerweile sind mehr als 100 000 Steine in 31 Staaten Europas...

Feuilleton

«Gerechte unter den Völkern» im Porträt
Mut im Angesicht des Grauens

Berlin/Frankfurt a.M. (epd). 36 Frauen und Männer, die während des Holocaust ihr Leben für die Rettung von Juden riskierten, stehen im Mittelpunkt einer neuen Publikation der jüdischen Claims Conference. Das Album «Stärker als Angst» porträtiere die sogenannten «Gerechten unter den Völkern» aus verschiedenen Ländern Europas, die insgesamt mehr als 220 Menschen vor Verfolgung und Tod bewahrten, erklärte die internationale Organisation zur Präsentation am Dienstagabend im Berliner...

  • 18.09.25
Aktuelles

Jüdisches Neujahrsfest
Bischöfe mit Appell gegen Hass

Berlin (kna) Zum anstehenden jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschana rufen die Bischöfe von Berlin und Brandenburg zu Haltung und Engagement auf. "Der Schutz jüdischen Lebens, die Sorge um Versöhnung zwischen den Menschen und der klare Widerstand gegen Antisemitismus sind unser aller Auftrag", schreiben der katholische Erzbischof Heiner Koch und Bischof Christian Stäblein von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz in einem Grußwort. "Gerade jetzt dürfen wir uns nicht...

  • 17.09.25
Eine Welt

Projekt MemoMap
Zeitkapsel ins Prag der NS-Besatzung

Zwischen 1939 und 1945 war Prag von den Nazis besetzt. Eine interaktive Karte lässt heute mit digitaler Technik den Alltag und die Schicksale von Juden während der brutalen Verfolgung lebendig werden - Straße für Straße, Haus für Haus. Von Kilian Kirchgeßner Eigentlich wollte Erwin Ritter an jenem Tag im Juli 1941 nur einen Freund begrüßen, der in einem Kaffeehaus am Prager Wenzelsplatz saß. Drei Seiten lang ist das Gnaden-Gesuch, das er danach geschrieben hat: Höchstens einen Schritt habe er...

  • 22.08.25
Feuilleton

Michel Friedman
Publizist kritisiert «Nie Wieder!» als Plattitüde

München (epd). Der Publizist Michel Friedman warnt Politik und Gesellschaft vor Plattitüden im Kampf gegen Judenhass. «Ich kann es nicht mehr hören: 'Wir stehen an der Seite der jüdischen Menschen', 'Nie wieder!', 'Wehret den Anfängen'», sagte der frühere stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland am Dienstagabend bei einem Festakt in der Münchner Ohel-Jakob-Synagoge. Seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 fingen die Reden von Politikern «wirklich immer...

  • 16.07.25
Blickpunkt

Jüdisches Leben in Deutschland
Das große Schweigen

Als Rabbinerin Jasmin Andriani neulich mit einer Gruppe das Synagogen-Mahnmal in Göttingen besuchte, das an deren Zerstörung 1938 erinnert, riefen Passanten ihnen im Vorbeigehen zu: "Und was ist mit den Kindern in Gaza?" Sie sei während der ganzen Veranstaltung unruhig gewesen und habe die Umgebung beobachtet. "Man muss leider zur Zeit immer mit etwas rechnen." Von Nina Schmedding Andriani ist in Israel geboren, kam als Zweijährige nach Berlin und ist hier aufgewachsen. "Es war nie ganz...

  • 03.07.25
  • 3
Aktuelles

Kommentar
Der Preis naiver Hoffnung

Für UN-Generalsekretär António Guterres ist die Sache klar. Er sieht im Kampf Israels und im Schlag der USA gegen das iranische Atomprogramm »eine gefährliche Eskalation« und »eine direkte Bedrohung für den internationalen Frieden und die Sicherheit«. Er betont: »Es gibt keine militärische Lösung. Der einzige Weg nach vorn ist die Diplomatie.« Realitätsferner kann man die aktuelle Lage nicht einschätzen. Von Helmut Frank Eine wirklich »gefährliche Eskalation« wäre wohl eine Atombombe in Händen...

  • 25.06.25
Aktuelles

Jüdische Gemeinde hat Zusage zurückgezogen
"Meile der Religionen" abgesagt

Mannheim (epd). Die diesjährige "Meile der Religionen" in Mannheim findet nicht statt. Als Grund für die Absage der für den 24. Juni geplanten Veranstaltung nannten die Organisatoren am Freitagabend die gesamtpolitische Lage, die es erschwere, "mit einem sicheren und unbeschwerten Gefühl an der Veranstaltung teilzunehmen und Gäste dazu einzuladen - trotz des umfassenden Sicherheitspakets". Zudem verwiesen sie darauf, dass mehrere Gruppen - darunter die jüdische Gemeinde - ihre Zusage...

  • 23.06.25
Blickpunkt

Margot Friedländer
Die Unbeugsame

Ihre Eltern und ihr Bruder wurden von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet, Margot Friedländer schaffte es, die Schoah zu überleben. Am Freitag ist sie in ihrem 104. Lebensjahr gestorben. Von Sigrid Hoff (epd) Eine zierliche alte Dame, elegant gekleidet, mit großen wachen Augen unter dem widerspenstigen weißen Haar - die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer war noch mit mehr als 100 Jahren in all ihrer Zartheit eine beeindruckende Persönlichkeit. Nun ist die gebürtige Berlinerin,...

  • 12.05.25
Aktuelles

Sachsen-Anhalt
"Antiisraelische Meinungen und die Stimmungen machen uns Sorgen"

Magdeburg (epd). Inessa Myslitska ist seit Dezember 2024 neue Vorsitzende des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden in Sachsen-Anhalt. Zugleich ist sie Vorstandsvorsitzende der Synagogen-Gemeinde zu Magdeburg. Sie will dem Judentum zwischen Altmark, Saale und Unstrut in der Öffentlichkeit mehr Präsenz verschaffen. Oliver Gierens hat mit ihr gesprochen. Frau Myslitska, vor anderthalb Jahren konnte Ihre Gemeinde in Magdeburg die neue Synagoge eröffnen. Der Vorgängerbau war von den Nazis zerstört...

Kirche vor Ort

Anschlagsplan auf Synagoge in Halle
Haftbefehl vollstreckt

Halle (KNA) Im Fall eines mutmaßlichen Anschlagsplans auf die Synagoge in Halle ist gegen einen 19-Jährigen ein Haftbefehl vollstreckt worden. Das Amtsgericht Halle verkündete den Haftbefehl vor einer Woche, wie die Staatsanwaltschaft Halle mitteilte. Dem Jugendlichen wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und damit verbunden der unerlaubte Besitz einer Schusswaffe vorgeworfen. Der 19-Jährige soll einen rechtsextremistisch motivierten Anschlag auf die Synagoge in...

  • 30.04.25
Service + Familie

Judenfeindlichkeit
Einschreiten und Polizei rufen

Berlin (KNA) Jüdinnen und Juden brauchen nach Einschätzung des Antisemitismus-Beauftragten des Landes Berlin, Samuel Salzborn, im Alltag mehr Solidarität. Berlin stehe zum Glück immer wieder gegen Rechtsextremismus auf, sagte Salzborn dem Sender rbb24. "Aber wenn es um Antisemitismus geht, sind unsere Berlinerinnen und Berliner mir manchmal noch etwas zu leise." Salzborn äußerte sich vor dem Prozessauftakt um den Angriff auf den jüdischen Studenten Lahav Shapira. Dieser war im vergangenen Jahr...

  • 09.04.25
Blickpunkt

Buchenwald-Befreiung vor 80 Jahren
"Nichts hat mich je so erschüttert"

Nur wenige Kilometer entfernt von der Klassikerstadt Weimar wurde im Jahr 1937 ein Konzentrationslager gebaut. Sein Name "Buchenwald" wurde ein Synonym für die nationalsozialistischen Verbrechen. Am 11. April 1945 wurde es befreit. Von Nina Schmedding (kna) Als die Amerikaner im Frühling 1945 Buchenwald und seine Außenlager erreicht haben, schreibt Dwight D. Eisenhower, der Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte: "Nichts hat mich je so erschüttert wie dieser Anblick." Lastwagen mit darauf...

  • 03.04.25
Aktuelles

Standortentscheidung
Deutsch-Israelisches Jugendwerk lässt auf sich warten

Erfurt (epd). Für das geplante Deutsch-Israelische Jugendwerk gibt es weiterhin keine Standortentscheidung. Der israelische Botschafter Ron Prosor und Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) erklärten am Montag in Erfurt zum Antrittsbesuch Prosors bei der neuen Landesregierung lediglich, die Intensivierung des Jugendaustauschs sei ein zentrales Vorhaben in den Beziehungen zwischen Israel und dem Freistaat. Weimar hatte neben München und Wittenberg (Sachsen-Anhalt) im vergangenen Jahr...

  • 17.03.25

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