Kommentar
Ab- anstatt ausgrenzen

Von Willi Wild

Ausgrenzen ist einfach. Das erleben wir täglich und sind selbst mittendrin. Mal grenzen wir aus: die Kollegin, die Porschefahrer, die nörgelnden Alten, die naive Jugend. Mal werden wir ausgegrenzt und stehen mit unserer Meinung einsam in einer Ecke.
Das ist menschlich, aber nicht biblisch. Darauf hat der neue Landesbischof Friedrich Kramer in Interviews und in seiner Einführungspredigt hingewiesen. Er wendet sich klar gegen eine „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ und ruft dazu auf, die Ausgegrenzten mitten in die Gesellschaft zu holen, so wie Christus das vorgelebt hat.
Er bleibt nicht dabei stehen aufzuzählen, wogegen Kirche ist, sondern benennt, wofür sie steht. Darin wird eine Konsequenz deutlich: Jesus saß mit den Zöllnern und Huren, mit Samaritanern und anderen Ausgegrenzten am Tisch. Für Kramer heißt das übersetzt: „Ich werde einem solchen Menschen, ob er jetzt bei der AfD oder bei der NPD ist, das Abendmahl nicht verweigern“, sagte er der Thüringischen Landeszeitung.
Und weiter: „Wir schließen diese Menschen als Sünder nicht aus, sondern rufen sie zur Buße.“ Das gelte auch für alle anderen. Jeder sei willkommen. – Starker Tobak! – Aber so radikal ist die Liebesbotschaft Jesu. Ob mir das passt oder nicht: „Jesus liebt Dich!“, gilt ausnahmslos allen. Die Kirche ist eben kein Verein Gleichgesinnter, eher „Gottes geliebte Gurkentruppe“, wie es Sandra Bils beim Abschlussgottesdienst des Kirchentags ausdrückte.
Diese Toleranz und Nächstenliebe geht mir oft ab. Kramer sprach zu Recht davon, dass diese Aufgabe, menschlich betrachtet, zu groß sei. Allerdings: „Er (Christus) schickt uns und hat uns seine Macht gegeben, große Dinge zum Lobe Gottes zu tun.“ Frisch ans Werk!

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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