Corona
Verband: Kinder brauchen mehr Hilfe beim Lesenlernen

Köln (epd) - Kinder brauchen in der Corona-Pandemie zunehmend Unterstützung beim Lesenlernen. Erst- und Zweitklässler hätten wegen Lockdowns und Homeschooling teilweise kaum lesen gelernt oder Grundlagen wieder verlernt, sagte Margret Schaaf, erste Vorsitzende des Bundesverbands Mentor - Die Lesehelfer e.V., in Köln. «Viele Kinder sind außerdem massiv verunsichert und haben das Zusammenleben in der Gruppe verlernt.» All das führe dazu, dass Lesefreude und Motivation verloren gingen.

Die 104 lokalen Mentor-Vereine koordinieren in ganz Deutschland aktuell mehr als 13.000 ehrenamtliche Lesementorinnen und -mentoren, die Kinder in Schulen in Eins-zu-Eins-Betreuung unterstützen. Die Ehrenamtlichen, die mit Erst- und Zweitklässlern arbeiten, müssten deutlich mehr Grundlagenarbeit machen als vor der Pandemie, berichtet Schaaf.

«Unsere Mentorinnen und Mentoren bemerken aktuell, dass viele Kinder einen kleineren Wortschatz haben, die Freude am Lesen und Lernen verloren haben und, dass sich das Sozialverhalten der Kinder verändert hat», sagte Schaaf. Deshalb spiele auch die soziale Komponente eine Rolle: Viele der Kinder bräuchten neben der fachlichen Begleitung für erfolgreiches Lernen dringend auch die Zuwendung und Zuversicht eines Erwachsenen, der sich auf sie einlassen und Stabilität vermitteln könne.

Die Mentor-Vereine arbeiten laut Schaaf vor allem mit Kindern, die oft räumlich beengt leben, zuhause keinen eigenen Arbeitsplatz haben und von den Eltern nicht umfassend beim Lernen gefördert werden können. Da das Lesen und Verstehen von Texten die Grundlage für alles weitere Lernen sei, würden diese Kinder durch die Folgen der Pandemie noch mehr benachteiligt, mahnt die ehemalige Dozentin für Französisch und Deutsch als Fremdsprache.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, müsse die Politik dem Personalmangel in den Schulen stärker entgegenwirken, etwa indem bessere Voraussetzungen für Lehramtsstudierende geschaffen werden.
Bei der Fachtagung des Mentor-Bundesverbands tauschen die Lesementorinnen und -mentoren sich am Freitag in Dortmund aus, wie die Lesemotivation von Kindern und Jugendliche besser gefördert werden kann.

Autor:

Katja Schmidtke

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