Evangelische Grundschule Gotha
Schulmodell ausgezeichnet

Schulleiterin Susanne Fiedler (2.v.r.) mit Barbara Schadeberg (2.v.l.) bei der Preisverleihung in Münster
  • Schulleiterin Susanne Fiedler (2.v.r.) mit Barbara Schadeberg (2.v.l.) bei der Preisverleihung in Münster
  • Foto: Foto: Peter Leßmann/Barbara-Schadeberg-Stiftung
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Die Evangelische Grundschule Gotha überzeugte mit ihrem Konzept zum Umgang mit Vielfalt die Jury und belegte beim Barbara-Schadeberg-Preis 2019 den 2. Platz.

„Ich gratuliere unserer Grundschule in Gotha und wünsche der Schulgemeinschaft weiterhin viel Kraft, gute Ideen und Gottes Segen, um die bisherige Arbeit erfolgreich fortsetzen zu können“, sagt Marco Eberl, Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Schulstiftung. „Mit der im Schulalltag gelebten Vielfalt und Toleranz setzt unsere Schule ein hoffnungsvolles Zeichen für ein tolerantes und wertschätzendes Miteinander in der Gesellschaft“, so Eberl weiter. Dies sei ein wesentlicher Profilschwerpunkt evangelischer Schulen.

„Wenn man auf die 25 Jahre seit Schulgründung zurückblickt, ist es gerade so, als ob es die Ausgestaltung von Vielfalt war, die konsequent in den Blick genommen wurde. Baustein für Baustein wurde unsere Schule vielseitiger und bunter. Auf einem Endstand sind wir noch lange nicht und werden ihn nie erreichen, denn mit jedem neuen Kind kommen neue Herausforderungen auf uns zu, die es gilt gemeinsam zu meistern“, mit diesen Worten bewarb sich Susanne Fiedler, Schulleiterin der Evangelischen Grundschule Gotha für den Preis.

Als Wohngebietsschule weist eine Grundschule meist von vorneherein ein besonders großes Spektrum an Vielfalt auf, da sie alle Kinder der Region, egal welche Fähigkeiten und Fertigkeiten sie mitbringen, aufnimmt. Dieser Aspekt und die Tatsache, dass auch die äußeren Rahmenbedingungen der Schülerschaft sehr unterschiedlich sein können, zeigt sich in der Evangelischen Grundschule Gotha: sieben Prozent der Schülerinnen und Schüler haben einen Migrationshintergrund, zehn Prozent einen diagnostizierten Förderbedarf, die Hälfte der Schülerinnen und Schüler haben eine Religionszugehörigkeit, die anderen sind konfessionslos. Darüber hinaus sind 15 Prozent der Elternhäuser von der Zahlung von Schulgeld befreit.

„Diese Vielfalt wird geschätzt, bewusst herbeigeführt und durch den jahrgangsgemischten Gruppenunterricht nach dem Jena-Plan gewürdigt. Die Heterogenität ist auf Seiten der Schülerschaft also in vielfältiger Weise gegeben“, erklärt die Schulleiterin. Dieses gelebte Konzept führt dazu, dass die Schülerinnen und Schüler die Verschiedenheit als etwas völlig Normales erleben. Es ist für sie selbstverständlich, dass Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Aufgaben erhalten oder individuell gefördert werden. So wird im Kursunterricht Mathematik und Deutsch in Jahrgangsgruppen unterrichtet, die aber nach oben und nach unten durchlässig sind, damit Kinder sowohl Unterstützung erhalten als auch gefordert werden können. Im Projektunterricht erarbeiten sich die Kinder gemäß ihrer eigenen Interessen und Fragestellungen selbstständig die Themen, die sich am Lehrplan des Heimat- und Sachkundeunterrichts orientieren. Die Pädagoginnen und Pädagogen werden besonders in diesen Phasen zu Lernbegleitern. Sie unterstützen die Arbeit der Kinder, die durch ihre unterschiedliche Lebenserfahrung die Themen verschieden angehen und am Ende ein gemeinsames Produkt in der Gemeinschaft präsentieren können. Dadurch, dass die Lerngruppen gemeinsam von Lehrern, Erziehern und Sonderpädagogen begleitet werden, ist auch im Unterricht eine gezielte Förderung möglich. Daneben finden während der Schulzeit therapeutische Maßnahmen statt, und Schüler können ihre besonderen Fähigkeiten in Begabtencamps oder bei schulinternen und -externen Wettbewerben unter Beweis stellen.

Die Evangelische Grundschule in Gotha ist als gebundene Ganztagsschule in der Lage auch vielfältige Angebote über die Lehrpläne hinaus zu machen und damit den Schülerinnen und Schülern Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten: Sei es im Kinderchor, der gemeinsam mit der Stadtkirchgemeinde gestaltet wird und in vielen Gottesdiensten zu hören ist, sei es durch sportliche, handwerkliche oder künstlerische Zusatzangebote. Eine Besonderheit stellt auch das vielfältige Fremdsprachenkonzept dar, in dessen Realisierung auch die Eltern aus unterschiedlichen Kulturen eingebunden sind.Natürlich kommt es bei so viel Verschiedenheit auch zu Konflikten, die durch die Schulseelsorgerin und die als Streitschlichter ausgebildeten Schülersprecher in den Blick genommen und gegebenenfalls am Freitag in dem Abschlusskreis der Stammgruppe thematisiert werden.
Die Jury wertschätzte dies, da auf die Vielfalt der Schülerschaft mit einer differenzierten Vielfalt der Lehr- und Lernangebote von Seiten der Schule reagiert wird. „Wir freuen uns riesig über die Wertschätzung, die uns mit der Nominierung zuteil geworden ist“, betont Susanne Fiedler freudestrahlend.

Die Barbara-Schadeberg-Stiftung verfolgt das Ziel, im Evangelium begründete Bildung und Erziehung zu fördern. Die Fördermittel dienen evangelischen Schulen, Schulgründungen und Internaten, der Lehrerfortbildung und der Wissenschaft. Darüber hinaus gibt es alle drei Jahre Barbara-Schadeberg-Vorlesungen zur wissenschaftlichen Grundlegung religiöser Bildung sowie den Barbara-Schadeberg-Preis für beispielgebende Schulmodelle. Dieser Preis prämiert und dokumentiert alle drei Jahre Beispiele eigenständiger Entwicklungen in evangelischen Schulen und Internaten. Der Barbara-Schadeberg-Preis ist mit insgesamt 10. 000 Euro Euro (1. bis 3. Preis) dotiert.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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