Unrecht
Forschung zur DDR-Zwangsadoptionen

Berlin (epd) - Das Bundesinnenministerium hat einen Aufruf für ein Forschungsprojekt zu Zwangsadoptionen in der DDR gestartet. Bedeutung, Umfang und historische Dimension von politisch motivierten Adoptionen in der SED-Diktatur seien bislang kaum erforscht, heißt es. Der Bundestag hatte für die Erforschung eine Million Euro zur Verfügung gestellt, unter anderem um herauszufinden, wie vielen Eltern in der DDR nach der Geburt das Kind weggenommen wurde, um es politisch liebsamen Paaren zur Adoption zu vermitteln.

Forschungseinrichtungen werden nun aufgerufen, ihr Interesse zu bekunden und eine Projektskizze einzureichen. Nach einer externen wissenschaftlichen Evaluation und Vorauswahl soll ein Gremium dann über konkrete Anträge entscheiden. Ihm gehören Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur sowie Vertreter der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft und der Bundesstiftung Aufarbeitung an.

Zwangsadoptionen rückten in das Interesse der Politik durch eine Petition der «Interessengemeinschaft gestohlene Kinder der DDR». Im Jahr 2018 startete sie eine Petition und erreichte eine Bundestagsanhörung. Die Interessengemeinschaft forderte eine Aufarbeitung des bislang noch weitgehend im Dunkeln liegenden Themas.

Verlässliche Zahlen über Zwangsadoptionen gibt es bislang nicht. Die Interessengemeinschaft geht von 300 bis 400 Fällen aus, in denen Kinder ihren leiblichen Eltern gegen deren Willen entzogen wurden. Häufig habe es sich um Eltern gehandelt, die nach Lesart des SED-Regimes als «asozial» galten oder die politisch unliebsam waren. Die Kinder seien nach der Geburt für tot erklärt und ohne Wissen der leiblichen Eltern regimetreuen Paaren zur Adoption vermittelt worden.

Autor:

Katja Schmidtke

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