Ratsgymnasium Erfurt
49 Kilogramm Glaube

Symbolisch: Wie das Zinn die Risse im Holz füllt, tun es Worte mit den Rissen im Glauben, so der Künstler.
  • Symbolisch: Wie das Zinn die Risse im Holz füllt, tun es Worte mit den Rissen im Glauben, so der Künstler.
  • Foto: Foto: Schulstiftung in Mitteldeutschland
  • hochgeladen von Beatrix Heinrichs

Erfurt (red) - Gerade in dieser turbulenten Zeit mit so vielen Ungewissheiten ist es wichtig, im Glauben an Gott festzuhalten und auf ihn zu vertrauen“, sagt die Schulleiterin des Evangelischen Ratsgymnasiums Erfurt, Anke Hamm. Um den gelebten Glauben auch in der Schule sichtbar zu machen, hat der Arnstädter Künstler Jörg Schröpfer zwei Holzkreuze für das Schulgebäude gefertigt. „Ich habe lange nach dem passenden Holz gesucht und kann zu jedem Werkstück, das ich verarbeite, eine Geschichte erzählen“, so Jörg Schröpfer. Die Hände des gelernten Tischlers zeichnen Spuren langjähriger handwerklicher Tätigkeit, und die Begeisterung für das Thema Holz ist ihm bei jedem Wort anzumerken.
Das größere der beiden Kreuze, das im Außenbereich installiert wird, ist aus historischen Fachwerkbalken eines ehemaligen Bauernhauses bei Kirchheim in Thüringen. Schröpfer war es wichtig, für die beiden Kreuze heimische Hölzer zu verwenden. In jedem Kreuz stecken zwischen 30 und 40 Stunden Arbeitsaufwand. „Vor allem der Zinnverguss ist sehr aufwendig“, erklärt der Künstler. Damit meint er die natürlichen Risse des Holzes, die mit Weichlot vergossen wurden. „Die Risse im alten Glauben werden mit glänzenden Worten gefüllt. Sie glätten die Fugen und zeugen von Erneuerung, und doch reparieren sie nur“, so interpretiert der Künstler seine Arbeit. Bei der Installation selbst halfen ihm zwei Freunde, damit das fast drei Meter hohe und knapp zwei Meter breite Holzkreuz mit einem Gesamtgewicht von 40 Kilogramm schwebend installiert werden konnte.
Das zweite Kreuz ist in seinen Ausmaßen etwa halb so groß wie sein Pendant im Außenbereich, mit 9 Kilo auch leichter. Aufgrund der Wuchsform des verwendeten Holzes hat der Künstler ein gewundenes Kreuz erschaffen. „Es sollte unbedingt Eiche sein. In Kleinbreitenbach bei Plaue bin ich schließlich fündig geworden – schöne, abgelagerte Eichenbohlen.“ Dies alles erzählt er, während er mit Ruhe und Präzision das Kreuz installiert. Dann geht er ein paar Schritte zurück, betrachtet sein Werk, legt noch mal Hand an und sagt: „Nur der Glanz der Jugend kann die alten Risse füllen. Der Jugend gehört die Zukunft. Bildung, Glaube und vor allem das Bewusstsein entscheiden darüber, wie man sie gestaltet."

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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