Kein Camping
Zelten auf dem Sportplatz
- Die Kerngruppe des Organisationsteams um Katechet Peter Conzendorf und Pfarrer Ulrich Storck (1. und 2. v. r.) steckte in den zurückliegenden Wochen viel Kraft in die Vorbereitung.
- Foto: Kirchengemeinde Diesdorf
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Der Pfarrbereich Diesdorf lädt zu seinem bislang größten Gemeindeprojekt ein. Dabei bleiben die Gemeindeglieder nicht unter sich.
Von Claudia Crodel
Vom 16. bis zum 25. Mai wird auf dem Sportplatz in Diesdorf im Kirchenkreis Salzwedel ein riesiges Zelt stehen. Es wird ein umfangreiches Programm geboten, das von den Menschen vor Ort getragen wird. Geplant sind zehn Tage voller Vorführungen, Kurse und Begegnungen, in denen die Menschen aus den Dörfern des Pfarrbereichs Diesdorf, der Vereine und Initiativen zusammenkommen. Es ist das bislang größte Gemeindeprojekt, das auf die Beine gestellt wurde.
„Die Initialzündung bekamen wir von Christen aus der Landeskirche von Württemberg, wo drei bis vier Zeltfestivals auf die Beine gestellt werden“, meint der Katechet und ordinierte Prädikant Peter Conzendorf, der der Koordinator des Diesdorfer Events ist. „Hätten wir geahnt, welch riesiger Aufwand damit verbunden ist, hätten wir mit der Organisation vielleicht erst gar nicht angefangen“, fügt er hinzu und lacht zugleich, denn er hofft, dass das Konzept aufgeht, man sich kennenlernt und ins Gespräch miteinander kommt, so unterschiedlich man auch ist.
Die Idee für das große Event könne man am besten so beschreiben: „Wir sind das Salz der Erde.“ Conzendorf erläutert: „Wir wollen uns als Christen einbringen und Kontakt zu den Leuten bekommen, aber nicht so, dass es ein Salzteig wird. Sondern wir geben euch einen Rahmen und ihr bringt euch ein. Wir wollen nicht missionieren. Wir machen kein Vorprogramm, sondern es ist euer Programm.“
Das heißt natürlich nicht, das es keine kirchlichen Programmpunkte gibt. Ganz im Gegenteil: Jeden Tag ist Kirche präsent und mit Programmpunkten vertreten, von der Andacht über Klänge des Posaunenchors und einer Musicalaufführung in der Kirche bis hin zum Konfi-Cup reicht die Palette. „Wichtig ist uns, dass Kirche in die Gesellschaft geht. Das ist nicht leicht, weil heute mehr denn je alle in ihrer Blase sind. Wir können die Blasen wahrscheinlich nicht zum Platzen bringen, hoffen mit unserer Begegnungswoche aber auf ein großes, schönes Schaumbad“, so Peter Conzendorf.
„Auch wenn wir heute Informationen aus aller Welt bekommen und in ferne Länder reisen – unser ‚Tellerrand‘, über den hinaus wir nicht viel wahrnehmen, ist sehr begrenzt“, schreibt Pfarrer Ulrich Storck im Vorwort des Programmheftes. In der Vorbereitung habe er Vereine und Personen kennengelernt, die er in seiner zwölfjährigen Zeit als Pfarrer des Pfarrbereichs Diesdorf nie wahrgenommen hatte: wie viele Heimatvereine und Chöre es gibt, welche Sportarten betrieben werden, was der Karnevals- und der Schützenverein macht, was Jäger und Waldbesitzer beschäftigt und wer welche Aufgabe bei der Freiwilligen Feuerwehr hat. Und Pfarrer Storck ist sich bewusst, dass viele dieser Menschen auch nicht wissen, wie es in einer Kirchengemeinde ist und warum den Christen der Glaube so wichtig ist.
Die Menschen in den Dörfern zwischen Tylsen, Schölau und Nettgau werden in der Woche der Begegnung mehr voneinander erfahren und vielleicht künftig öfter mal über den eigenen Tellerrand schauen. Jeder Tag der Zeltwoche hat ein eigenes Thema. Da gibt es etwa den Tag des Blaulichts, den des Sportes, den Tag der Chöre, der Jugend, der Familien, der Senioren, des Gewerbes oder den Tag Mensch und Tier. Angebote werden täglich vormittags, nachmittags und abends, zum Zuschauen ebenso wie zum Mitmachen unterbreitet.
Autor:Claudia Crodel |

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