Wie Kristina Lohe zu ihrer Berufung fand
Unfall auf dem Jakobsweg
- Kristina Lohe
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„Führungen mache ich sehr gern“, sagt Kristina Lohe. Sie ist eine von zwei Vorständen im Kloster Volkenroda (Kirchenkreis Mühlhausen) und damit verantwortlich für ein ganzes Bündel an Bereichen, von Gästehaus bis Erwachsenenbildung, von Bauernhof über Buchhaltung, bis zur Jugendarbeit – und eben den Klosterführungen.
Von Julia Reinard
"Ich mag es, nicht nur wie ein Adler über die Bereiche zu fliegen“, sagt sie. Die Begleitung sei, woran ihr besonders gelegen ist. Heute begleitet sie Besucher der Wirtschaftsethik-Konferenz „Taler & Talar“ und zeigt ihnen das Kloster. Vom Christuspavillon geht es zur Klosterkirche, ins Jahr 1131. Lohe erzählt in kleinen Episoden von der langen Klostergeschichte.
Seit 2017 ist sie selbst ein kleiner Teil dieser Geschichte. Eher ungeplant, wie sie meint: „Für mich ist ganz klar, dass Gott mich hier hergeführt hat", sagt die 51-Jährige und fügt hinzu: „Niemals hätte ich mich von Dänemark aus als Vorstand beworben.“ Dänemark, das lässt aufhören. Lohe nämlich ist Halbdänin. Vor zehn Jahren noch hat sie in dem skandinavischen Land gelebt. Bei einer Pilgertour auf dem Jakobsweg war es, dass sie Volkenroda kennenlernte. Damals habe sie sich verletzt, erzählt sie, und habe sich in einem Kloster auskurieren wollen. Eine Freundin hätte ihr dann das Kloster Volkenroda empfohlen. Zwei Wochen sei sie geblieben und habe die gleiche Besinnung empfunden, von der ihr auch heute die Besucher oft berichten würden.
So zog es sie ein Jahr später wieder nach Thüringen. Dieses Mal war sie gekommen, um zu bleiben. Sie zog nach Erfurt, wo sie ein Café eröffnen wollte. Finanzieren sollte sich das Projekt über eine Förderung, doch der Plan zerschlug sich. „Ich war vollkommen baff von der Absage!“, erinnert sie sich. Als sie dann erfuhr, dass im Kloster Volkenroda eine Stelle für die Öffentlichkeitsarbeit und Assistenz des Vorstands zu besetzen war, bewarb sie sich. Sie wurde genommen und pendelte ins Kloster.
Monate später sollte die Stelle eines zweiten Vorstands besetzt werden. Dass sie selbst dafür in Frage kommen könnte, sei ihr nicht in den Sinn gekommen – bis der Klosterpfarrer sie fragte, ob sie sich das vorstellen könnte. Sie konnte und ist nun bereits seit sieben Jahren Vorständin. Seit Mai ist sie auch Mitglied der ökumenischen Kommunität der Jesus-Bruderschaft, wie ihr silberner Ring mit dem Kreuz zeigt.
Im Kloster schätze sie besonders die Begegnung, sagt Kristina Lohe. "In großer Freiheit" könnten Besucher hier "andocken": die Konferenzteilnehmer genauso wie Jugendgruppen oder Menschen, die im Kloster auf Zeit leben, wie sie selbst vor Jahren.
Autor:Online-Redaktion |
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