Wofür Axel Wolf ausgezeichnet wurde
„Ich hatte kein richtiges Argument dagegen“
- Axel Wolf: "Einfach mal machen" ist sein Motto.
- Foto: Sylke Hermann
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„Ich wäre lieber noch 20“, sagt Axel Wolf und lächelt verschmitzt. Weil er dann noch mehr Elan hätte, Dinge zu bewegen, zu verändern? Vielleicht. Doch er ist nun mal vor kurzem 60 geworden. Nur eine Zahl, sagt er sich und ist froh, denn: „Es tut nichts weh.“
Von Sylke Hermann
Außerdem sei es auch gut, in dieser Phase des Lebens angekommen zu sein – „wegen der Erfahrung, die man hat, und auch wegen der Erlebnisse, die einen geprägt haben“.
Axel Wolf ist jemand, der gern Teil der Gemeinschaft ist, Menschen motiviert und aktiviert, dabei nie auf die Uhr guckt. Gute Gründe, um danke zu sagen. Mit dem „Anhalter Kreuz“. Selbstverständlich, betont er, sei das für ihn keineswegs. Dass sich der Gemeindekirchenrat in Weißandt-Gölzau auf Anregung von Pfarrerin Anke Zimmermann darauf verständigt hatte, ihn für die Ehrung vorzuschlagen, mache ihn stolz. „Ich fühle mich geehrt“, betont er.
Seit vielen Jahren ist Axel Wolf der Kirche in seinem Ort verbunden. Andreas Müller, damals Pfarrer in Weißandt-Gölzau, habe ihn angesprochen und gefragt, ob er nicht Lust hätte, im Gemeindekirchenrat mitzuarbeiten. „Ich hatte kein richtiges Argument dagegen“, erinnert er sich. Also macht er mit. Zwischendurch, gesteht er, habe er auch mal aufhören wollen, „aber man hat ja auch Verantwortung“. Seit 1999 ist er der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates in Weißandt-Gölzau. Ein Ehrenamt, das er ernst nimmt.
Dieses Verantwortungsbewusstsein wurde ihm schon in die Wiege gelegt. In die Kirche zu gehen, Teil der Kirchengemeinde zu sein – das gehört für den zweifachen Vater und Vierfach-Großvater einfach dazu. Was, so vermutet er, auch in seiner Erziehung begründet liege. Sein Elternhaus sei „nicht streng kirchlich“ gewesen. Und doch sei die Kirche irgendwie auch Routine geworden. Die Christenlehre nach der Schule – für ihn kein notwendiges Übel, er sei gern hingegangen. „Es hat sogar ein bisschen Spaß gemacht.“ Auch wenn die Jungs aus seiner Klasse da schon längst auf dem Fußballplatz gewesen sind.
Er gehört zu denen, die sich vor den Karren spannen lassen. Als die Kirche in seinem Heimatort Weißandt-Gölzau wegen eines Dachschadens nicht mehr betreten werden darf, verbreitet er trotz der Umstände Zuversicht. Und vor allem wird er nicht müde, nach vorn zu blicken: „Wenn wir den Glauben daran verlieren, dass wir das hinkriegen, haben wir schon verloren.“ Natürlich bekommt die Gemeinde das hin. Mit ihrem Mutmacher Axel Wolf, der Themen am liebsten pragmatisch angeht und ungern zerredet: „Einfach mal machen“, sagt er sich. Und dranbleiben.
Das will er auch bei einem Thema, das die Kirchengemeinden in Anhalt beschäftigt: Es müssen Verbünde gebildet werden. Ein Pfarrer – viele Gemeinden: Wo führt das hin? Doch bei allen Hürden, die man überspringen müsse, sieht Axel Wolf in diesem Thema auch Potential: „Es ist eine Chance für die Kirchengemeinden, wieder selbst aktiv zu werden und die Initiative zu ergreifen.“
Diese Zuversicht findet der Teamleiter für Instandhaltung bei einem großen Unternehmen in Weißandt-Gölzau nicht zuletzt in der Kirche. Er bete viel, oft im Stillen: „Ich liebe meinen Glauben – und lebe meinen Glauben.“
Autor:Online-Redaktion |
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