Karl-Dietmar Plentz
Vom Backen und Beten

Karl-Dietmar Plentz  | Foto: Marion Eich-Born
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Es war schon eine ganz besondere Veranstaltung, zu der die Internationale Martin-Luther-Stiftung in das Augustinerkloster am 22. April 2026 nach Erfurt eingeladen hatte. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Ulrich Born konnte den Preisträger der LutherRose, den Buchautor, Bäckermeister und Kommunalpolitiker Karl-Dietmar Plentz begrüßen, der sein Christsein beispielhaft und auch öffentlich lebt.

Von Johanna Arenhövel

In seinen Büchern wird deutlich, dass es christliche Werte sind, die seinen Alltag und sein Handeln bestimmen. Ein wichtiger Gast war auch Dr. Thadäus König MdL, der als katholischer Christ aus dem Eichsfeld stammt, dort thüringenweit das beste Erststimmenergebnis bei der letzten Landtagswahl erzielte und der heute als Präsident des Thüringer Landtags an der Spitze des Parlamentes steht, das er im Auftrag aller Abgeordneten repräsentiert. Herr Oberkirchenrat Dr. Andrè Demut, der als Beauftragter der Evangelischen Kirche beim Landtag und der Landesregierung wirkt, hat die Moderation des Abends übernommen.

Karl-Dietmar Plentz (v.l.), André Demut und Thadäus König | Foto: Marion Eich-Born
  • Karl-Dietmar Plentz (v.l.), André Demut und Thadäus König
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Karl-Dietmar Plentz begann damit, vor allem aus seinem letzten Buch freimütig zu erzählen. Seine Bäckerei führt er nun schon in der fünften Generation und gern können noch weitere Generationen hinzukommen. Die Familien seiner Kinder lassen das stark hoffen. Was ihm sehr am Herzen liegt, sind seine Mitarbeitenden. So bildet er zum Beispiel junge Leute aus, die keine einfache Biografie hinter sich haben oder mit einem Defizit zurecht kommen müssen, wohl wissend, dass dadurch auch Enttäuschungen und Komflikte auftreten können. Wenn es schwer wird, ist für ihn das Gebet eine große, tragende Kraft.

Die Geschichte seiner Azubi Maja, deren verschwundene Katze nach einem Gebet einfach wiederkam hat uns sehr beeindruckt. Wegen einer tätlichen Auseinandersetzung musste Maja vor Gericht. Ihr Anwalt bat um Hilfe, die Karl-Dietmar Plentz in Form eines Zwischenzeugnisses zur Verfügung stellte und in dem er sie als verantwortungsvoll, hilfsbereit, freundlich und aufgeschlossen beschreibt. Dieses Schreiben hat die Richterin in der Verhandlung vorgelesen und Maja kam mit einer Verwarnung und einer Geldstrafe davon. Plentz weiß, dass von Essen und Trinken auch in der Bibel immer wieder vorkommen und – sprichwörtlich – Leib und Seele zusammenhalten. Sein Leben als eine christliche Führungskraft kann man also auch mit „Backen und Beten“ überschreiben.

Es ist ein sehr gutes Zeichen, dass mit Thadäus König ein prominenter Katholik aktiv in der Runde mitwirkt. Er ist in der Nähe des Benediktinerklosters in Heilbad Heiligenstadt aufgewachsen und war frühzeitig in der katholischen Gemeinde aktiv. Er erzählt respektvoll von den wenigen evangelischen Christen, die es im Eichfeld gibt und von dem guten Miteinander der beiden Konfessionen. Er hat als junger Mann Zivildienst geleistet und dann vor allem Politikwissenschaften studiert.

Deutlich wurde seine tiefe Verwurzelung in seiner Heimat, in seinem Glauben, der für ihn einfach dazugehört. Dazu zählt auch, dass in seinem Dienstzimmer ein Kreuz an der Wand hängt und dass er sich in schwierigen Situationen durch ein Gebet bestärkt fühlt. Er erzählt von der jährlich stattfindenden Palmsonntagsprozession in Heiligenstadt, vom Dank an Gott beim Erntedankfest und einem entspannten Umgang mit den Abgeordneten, von der Fähigkeit zum Kompromiss. Geprägt hat ihn die Katholische Soziallehre mit den Grundsätzen der Personalität, der Solidarität und Subsidiarität, aus der letztlich wesentliche Merkmale des Grundgesetzes sowie der Thüringer Landesverfassung stammen.

Als der Moderator die nächste Runde der Podiumsdiskussion beginnt, wird Karl-Dietmar Plentz leidenschaftlich. Er berichtet anschaulich, dass er sich zeitweise zuviel zugemutet hatte, so dass er einen Zusammenbruch erlitten hat. Aber damit nicht genug, denn der Rückfall war es, der ihn fast unter der eigenen Last erdrückt hätte. Völlige Erschöpfung trat ein, er spürte deutlich, dass er die göttlichen Kraftquellen braucht und dass er lernen muss, auch loszulassen. Das bedeutete, sein Werk zu ordnen und auf die Zukunft vorzubereiten. Also eine sehr persönliche Erfahrung, dass der Glauben Halt und Orientierung gibt, wenn es im Leben wirklich schwierig wird.

Der Moderator Dr. Andrè Demut leitete umsichtig und mit viel Geschick die Diskussion mit dem Publikum. „Immer, wenn die Zeiten wirklich sehr schlecht sind, dann sind die Kirchen voll“, weiß eine Dame aus Magdeburg zu berichten. Hierauf geht Plentz leidenschaftlich ein und plädiert dafür, dass die großen christlichen Kirchen noch viel stärker die Kernbotschaft des Glaubens in die Gesellschaft und in die Welt tragen sollten. Er warnt davor, dass Religion auch als „Waffe“ missbraucht wird, bis in unsere Zeit, wobei er auf den russischen Angriffskrieg verweist.

Sein Hinweis, dass am 04. Juli 2026, 100 Jahre nach dem Reichsparteitag der NSDAP in Weimar, die AfD ihren Bundesparteitag in Erfurt durchführen will, lässt uns alle sehr nachdenklich zurück.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem Katholischen Forum im Land Thüringen und mit der Evangelischen Akademie Thüringen durchgeführt.

Dr. Sebastian Kranich als Leiter der Evangelischen Akademie Thüringen verabschiedete alle Gäste mit einem geistlichen Wort und mit einem gemeinsamen Gebet.

Karl-Dietmar Plentz  | Foto: Marion Eich-Born
Karl-Dietmar Plentz (v.l.), André Demut und Thadäus König | Foto: Marion Eich-Born
Karl-Dietmar Plentz (v.l.), André Demut und Thadäus König | Foto: Marion Eich-Born
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