Zu Tisch bei Jakob
Ehrenamt als Projekt
- Christiane Hefter
- Foto: Conny Mauroner
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In Weimar laden Kirche und Diakonie bis Ende Februar wieder "Zu Tisch bei Jakob" ein. Eine, die schon die Premiere der Aktion vor vier Jahren mitgestaltet hat, ist Christiane Hefter.
Von Conny Mauroner
Im Jakobssaal an der Jakobskirche bekommen Bedürftige in den Wintermonaten, immer montags bis freitags, ein warmes Mittagessen und Kaffee. Wegen der gestiegenen Lebensmittelpreise kostet die Mahlzeit in diesem Jahr vier Euro. Zur Finanzierung des Wohltätigkeitsprojektes wurden zudem über eine Online-Spendenkampagne mehr als 7800 Euro gesammelt.
Eine, die schon die Premiere der Aktion vor vier Jahren mitgestaltet hat, ist Christiane Hefter. Die 63-Jährige ist sozusagen ein „alter Hase“ im Ehrenamts-Team, das inzwischen auf gut 30 Personen gewachsen ist. Einmal in der Woche hilft sie zur Mittagszeit aus, serviert Mittagessen an fein eingedeckten Tischen und kommt, wenn es die Zeit erlaubt, ins Gespräch mit den Gästen. „Darum geht es ja bei dieser Winter-Aktion. Die Menschen sollen gemeinsam am Tisch sitzen und sich unterhalten“, sagt Hefter. „Es hat sich auch schon ein regelrechter Stammtisch gebildet. Menschen, die sich vorher nicht kannten, treffen sich hier immer wieder.“
Auch Christiane Hefters Bekanntenkreis ist durch das Ehrenamt gewachsen. „Wir treffen uns zu jeder Jahreszeit. Ich finde es schön, neue Menschen kennenzulernen.“ Beeindruckt ist Hefter vom inklusiven Konzept. Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten gemeinsam. „Ich finde es bemerkenswert, wie vor allem die Kollegen aus dem Landgut Holzdorf an dieser Aufgabe wachsen und regelrecht aufblühen. Ich hatte vorher kaum Kontakt zu behinderten Menschen.“
Das gesamte Projekt stütze sich maßgeblich auf das Engagement der Ehrenamtlichen aus Kirche und Diakonie, erklärt Ramón Seliger von der Diakoniestiftung Thüringen. Anderen Menschen Zeit zu schenken, sei ein deutliches Signal für das Miteinander in der Gesellschaft. Für ihn sei die Aktion „ein wunderbares Zeichen der Nächstenliebe“ und „gegen das Frieren an Leib und Seele“.
Als sich Christiane Hefter vor vier Jahren für ein Ehrenamt interessiert hat, war sie frisch im Vorruhestand. „Ich bin recht plötzlich aus dem Berufsleben rausgefallen. Ich wollte keine Langeweile erleben und hatte das Bedürfnis, der Gesellschaft etwas zurückgeben. Ich habe mich im Umfeld der Kirche nach möglichen Einsatzorten erkundigt und dann die Winter-Aktion entdeckt.“
Heute ist die Zahl der Menschen, die sich ehrenamtlich bei „Zu Tisch bei Jakob“ engagieren wollen, derart groß, dass auch Christiane Hefter nur einmal in der Woche für zwei Stunden zum Zuge kommt. „Das macht aber nichts. Inzwischen engagiere ich mich auch bei den Grünen Damen im Weimarer Sophien- und Hufelandklinikum. Dort verbringe ich Zeit mit Patienten. Ich unterhalte mich mit ihnen und lese vor. Zeitlich bin ich ausgelastet.“
Ramón Seliger erklärt, er brauche für das Ehrenamt bei „Zu Tisch bei Jakob“ kaum mehr die Werbetrommel zu rühren. „Im Gegenteil: Viele fragen schon jetzt, ob sie im nächsten Jahr wiederkommen können. Und es sind ganz unterschiedliche Menschen, die helfen. Wir haben Mütter in Elternzeit, Studierende und Rentner. Auch unser ehemaliger Superintendent Henrich Herbst ist mit dabei.“ Der Trend gehe zum Projekt-orientierten Ehrenamt. „Nicht Viele wollen sich lange binden und auf Jahre ein Ehrenamt ausführen. Das merken wir auch in Kirchenkreisen. Darauf müssen auch wir uns einstellen.“
Auch das hat Christiane Hefter gefallen: Sie weiß, im Winter kann sie im Weimarer Jakobsaal Gutes tun.
Autor:Online-Redaktion |
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