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Wort zur Woche
Wenn eine Begegnung das Leben verändert

Foto: epd-bild/Heike Lyding
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Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. Lukas 19, Vers 10


Stell dir vor, Putin zieht die Truppen aus der Ukraine zurück und bittet das ukrainische Volk um Verzeihung und Frieden. Stell dir vor, Israel und seine arabischen Nachbarn reichen einander die Hand zur Versöhnung und bauen gemeinsam friedlich ihre Länder wieder auf. Stell dir vor, ein seit Jahren schweigender Sohn meldet sich wieder bei den Eltern, und ein jahrzehntelanger Familienstreit wird beigelegt.

Von Anika Scheinemann

Welch eine unerwartete Überraschung, welch ein Glücksgefühl würde die Menschen erfüllen?! Sie wären selig – das alles klingt in diesem uralten Wort mit an: glücklich, versöhnt, aus Gnade und Güte. Was braucht es dazu? Dass wir von unseren Bäumen herunterkommen, von unseren hohen Rössern absteigen, unsere Elfenbeintürme verlassen, auf unsere Rechthaberei verzichten, unsere Arroganz zügeln, unsere Gier begrenzen.

Zachäus, steig herab!, sagt Jesus dem Zöllner auf dem Baum. Er gehört zu den bekannteren Gestalten unserer Bibel. Hoch oben angekommen. Beruflich erfolgreich und mit beneidenswertem Wohlstand. Doch klein von Wuchs. Er war durch die Kooperation mit den Römern, der heidnischen Besatzungsmacht, mit allerhand Privilegien und Macht ausgestattet. Von seinen Mitmenschen verachtet, ausgegrenzt, gemieden und gemobbt. Spaß hat das sicher nicht gemacht, aber reich.

Für Zachäus bleibt ein ungutes Gefühl, irgendwie unglücklich. Bis zu dieser Begegnung mit Jesus. Verloren, vom guten Weg Gottes abgekommen. Gesucht und gefunden von Jesus: "Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren" (Lukas 19,5). Selig. Freude bricht sich Bahn und führt zur Umkehr, Reue und Wiedergutmachung. Zachäus wagt den kompletten Neubeginn mit denselben Menschen. Jesus sagt: "Heute ist diesem Hause Heil widerfahren."

Herr, sei unser Gast, rufe uns zu einem Leben in Einfachheit und Friedfertigkeit, Gemeinschaft und Freude. Lass unseren Häusern und unserer Welt dein Heil widerfahren! 

Die Autorin ist Pfarrerin in Gebesee und der Stiftung Finneck.

Foto: epd-bild/Heike Lyding
Pfarrerin Anika Scheinemann | Foto: A. Scheinemann
Autor:

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