Predigt
Quelle der Freiheit

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So spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und ich will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: »Erkenne den Herrn« Jeremia 31, Verse 33-34a

Ein starker Text: Keine Besserwisser mehr, keine Moralapostel, die ganz genau wissen, wie das Leben läuft. Keine neunmalklugen Rechthaber, die ständig belehren, wie es richtig ist.

Von Michel Debus

Je mehr ich das lese, umso befreiter atme ich. Da zeigt sich eine Hoffnung, die genau das in sich trägt, was ich mit allen Fasern meines Körpers und Sinnes begehre: die Freiheit. Die Quelle dieser Freiheit ist, dass Gott seinen Willen in mein Innerstes gelegt hat, dass er ihn auf mein Herz geschrieben hat. Das Herz, der Ursprung all dessen, was ich bin, trägt eine Schrift, geschrieben vom Herrn selbst, mit der Feder seiner Liebe.

In diesem neuen Bund, den der Prophet verheißt, wird keiner belehrt. Warum auch? Wenn der Mensch alles, was er braucht, um gut und richtig zu leben, in sich trägt, dann muss tatsächlich niemand belehrt werden.

Aber Moment: Was soll ich denn dann noch sagen? Wenn jemand weiß, wie man richtig zu leben, richtig zu denken, richtig zu lieben, richtig zu wählen hat, dann doch wohl ich, oder? Ist das nicht das Geschäft der Kirche? Jedenfalls erscheint es mir manchmal so.

Wenn in diesem neuen Bund das alles wegfällt, was bleibt dann? Ich würde dann, wie eine Hebamme, unterstützen, dass all das, was der Geist Gottes in die Herzen gelegt hat, in der Welt sichtbar wird. Dann bliebe nur die Freiheit, in Christus zu predigen und den Menschen des neuen Bundes anzunehmen als begnadetes, im Geist verwandeltes, neues Geschöpf. Dann wäre es mein Geschäft, die Worte zu lesen, die der Herr aufs Herz geschrieben hat.

Als Moralapostel fühle ich mich erhaben. Aber als Verkünder des neuen Bundes fühle ich mich befreit. Wenn ich wählen müsste, würde ich die Freiheit nehmen.

Der Autor ist Pfarrer in Zeulenroda-Triebes.

Pfarrer Michel Debus

 | Foto:  M. Debus
Autor:

Online-Redaktion

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