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Studie zu Kirchenaustritten
Kritik an Reformstau in katholischer Kirche

In Gemeinschaft gesprochen: Das Vaterunser ist das bekannteste Gebet der Christen, es geht auf Jesus selbst zurück. In zwei Evangelien ist überliefert, wie Jesus seine Jünger damit zu beten gelehrt hat.   | Foto: epd-bild/Tim Wegner
  • In Gemeinschaft gesprochen: Das Vaterunser ist das bekannteste Gebet der Christen, es geht auf Jesus selbst zurück. In zwei Evangelien ist überliefert, wie Jesus seine Jünger damit zu beten gelehrt hat.
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Missbrauch, Reformstau, Hierarchien - das sind nach landläufiger Meinung Hauptgründe für einen Kirchenaustritt. Eine Studie zeigt jetzt, dass dieses Muster nicht stimmt. Hauptgrund ist demnach eine fehlende emotionale Bindung zur Kirche.

Mannheim (epd). Eine schwindende emotionale Bindung ist laut einer Studie der Hauptgrund für einen Austritt aus der katholischen Kirche. Kritik am Reformstau, an Hierarchien oder am öffentlichen Image der Kirche ist dagegen weniger entscheidend, wie die Universität Mannheim am Freitag mitteilte. Die Untersuchung zeige, dass die Absicht zum Austritt vor allem dann steigt, wenn die Zufriedenheit mit der Kirche und die gefühlte Nähe zu anderen Mitgliedern abnehmen.

«Diese Ergebnisse waren für uns überraschend», sagte die Erstautorin der Studie, Lotte Pummerer. «Wir haben angenommen, dass Themen wie Reformstau, Hierarchien oder das öffentliche Image der Kirche für sich genommen wichtige Treiber von Austrittsintentionen sind. Tatsächlich zeigte sich aber, dass vor allem die emotionalen Aspekte der Identifikation ausschlaggebend sind.»

Der Austritt sei demnach meist kein abrupter Entschluss. Vielmehr gehe ihm eine emotionale Entfremdung voraus. «Entscheidend ist offenbar nicht allein, welche Kritik Menschen an der Kirche haben, sondern ob sie sich ihr noch emotional verbunden fühlen», erläuterte Pummerer.

Auch die Frage, wie wichtig die Kirche für das eigene Selbstbild ist, spielt eine große Rolle. Diese emotionalen Faktoren wiegen schwerer als die Kritik an mangelnden Reformen oder dem Ansehen der Institution. Solche Kritikpunkte werden laut der Studie erst dann zu einem Austrittsgrund, wenn sie die persönliche, emotionale Beziehung zur Kirche beeinträchtigen.

Die Zahl der Katholiken in Deutschland ist laut der Deutschen Bischofskonferenz 2025 um rund 550.000 auf 19,2 Millionen gesunken. Das entspricht 23 Prozent der Bevölkerung. Die Studie basiert auf Befragungen von insgesamt 583 Katholiken in den Jahren 2023 und 2024 sowie einer Langzeitanalyse mit 271 Personen.

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Online-Redaktion

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