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Predigt
Begegnung auf Augenhöhe

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Eine kanaanäische Frau kam aus diesem Gebiet und schrie: Ach, Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Matthäus 15, Vers 22

Kyrie eleison – Herr erbarme dich! Dieser Bittruf gehört an den Anfang unserer Gottesdienste. Die Bitte um Erbarmen heißt: Sieh mich an, Gott! Wende dich mir zu, Jesus. Und in diesem Gebet steckt unser Vertrauen, Glauben in die Kraft des Herrn, der an unserer Seite ist.

Von Uta Krusche-Räder

Der Evangelist Matthäus erzählt von der Begegnung einer Frau mit Jesus. Die Frau ist in Not. Sie ist eine Frau in einer Zeit, in der Frauen kaum Rechte haben. Sie ist Kanaanäerin, ungläubig aus jüdischer Sicht. Sie ist eine verzweifelte Mutter, deren Tochter schwer krank ist. Zuerst begegnet sie einem schweigenden Jesus, der Abgeschiedenheit und Stille sucht. Doch sie treibt der Mut der Verzweiflung an. Die namenlose kanaanäische Frau sucht nach Hilfe. Sie sucht nach Jesus und lässt nicht locker. Und auch als Jesus ihr zuerst schroff und hart begegnet, lässt sie sich nicht wegschicken. Sie spürt es, dass nur bei diesem Jesus Hilfe sein kann. Jesus wendet sich ihr zu. „Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst.“ Und die Tochter wurde gesund zu derselben Stunde. So endet die Erzählung des Matthäus über die Begegnung zwischen Jesus und der namenlosen Frau.

Warum hat der Evangelist diese Begebenheit wohl aufgeschrieben?

Es ist die Ermutigung, dass auch in unseren Nöten unsere Bitte um Gottes Erbarmen nicht aufhört. Aus den Begegnungen zwischen Gott und uns Menschen werden wir gestärkt zu Begegnungen zwischen uns Menschen.

Ein Mensch zeigt sich darin, wie er anderen Menschen begegnet, so las ich im Flyer eines neu gegründeten Vereins. Das hat mich neugierig gemacht. Der Verein arbeitet in einer unserer Großstädte und hat das Ziel, Menschen zu unterstützen, die, oft unverschuldet, in Not geraten sind. Menschen begegnen Menschen auf Augenhöhe. Motivation ist ihr Glaube. Aus den Begegnungen zwischen Gott und Mensch entstehen die Begegnungen zwischen Menschen. Gott sei Dank!

Die Autorin war Superintendentin im Kirchenbezirk Pirna .

Uta Krusche-Räder
 | Foto: U. Krusche-Räder
Autor:

Online-Redaktion

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