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Die Wegzehrung nicht vergessen

Foto: epd-bild/Heike Lyding
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Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Matthäus 11, Vers 28

Es ist inzwischen ein paar Jahre her, dass die Patientin gestorben ist, aber ich habe sie noch gut vor Augen: Wir haben über vieles geredet, aber vor allem miteinander Gesangbuchlieder gesungen. Das hat nicht nur sie gestärkt, sondern auch mich in meinem Dienst in der Klinik.

Dorothea Heller

Eines Tages, vielleicht hat sie schon gespürt, dass sie nicht mehr lange leben würde, bat sie mich, mit ihr das Abendmahl zu feiern. Eine berührende Andacht. Kein Wunderwerk, sie ist dennoch an ihrem Krebs gestorben, aber sie war gestärkt für die kommende Zeit.

Immer am ersten Freitag im Monat kommt die Sophienhaus-Schwestern- und Bruderschaft zusammen und feiert Abendmahl. Die Gemeinschaft stärkt uns Frauen und Männer, und das Abendmahl stärkt unsere Gemeinschaft. Viele von uns kommen beladen mit Sorgen. Die sind zwar nach der Mahlfeier nicht alle weg, aber sie gibt uns Kraft für die kommende Zeit.

Die erste Kreissynode im neu gebildeten Kirchenkreis Weimar-Apolda hat sich unlängst konstituiert. Viel Arbeit liegt vor uns, um aus zwei Kirchenkreisen einen wachsen zu lassen. Das ist wahrlich nicht nur Formsache, sondern gemeinsames Ringen, Reden, Handeln. Alle Synodalen haben vor den Beratungen miteinander Abendmahl gefeiert und konnten sich so der gemeinsamen Basis vergewissern. Der Weg liegt immer noch vor uns, aber wir sind gestärkt für die kommende Zeit.

So wie ich beim Wandern manchmal gar nicht merke, dass ich hungrig bin, und dann doch froh über die Stärkung, nachdem ich Rast gemacht habe, so merken wir manchmal auf unserem Weg als Christen gar nicht, wie sehr wir das Abendmahl brauchen. Als Wegzehrung für den nicht immer leichten Lebensweg, als Kraftspende für schwierige Prozesse, als Stärkung für unsere Gemeinschaft. Jesus verspricht nicht, dass alle Probleme aus dem Weg geräumt sein werden, aber er verspricht: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken."

Die Autorin ist  Pfarrerin und Klinikseelsorgerin in Weimar.

Foto: epd-bild/Heike Lyding
Pfarrerin Dorothea Heller | Foto: D. Heller
Autor:

Online-Redaktion

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