Predigt
Auf Gottes Baustelle
- hochgeladen von Mirjam Petermann
Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau. 1. Korinther 3, Vers 9
So hat es begonnen mit der Gemeinde: Es gibt Menschen, die sie mit Gottes Kraft begründet haben, wie Paulus und seine Mitstreiter. Und es gibt welche, die sie mit Gottes Segen weiterführen – das sind wir.
Von Marita Krüger
Der Apostel hat Bilder für die Gemeinde. Es sind Nutzeinheiten – das Feld und der Bau. Sie sollen etwas bewirken und sichtbare Ergebnisse bringen. Das Feld muss bearbeitet werden, ehe es Früchte bringt. Der Bau muss stabil ausgeführt werden, damit er hält und seine Funktion erfüllen kann.
Doch auch Acker und Bauwerke brauchen Zeiten der Ruhe und der Stabilisierung. Nicht immer kann alles nur auf Nutzeffekte ausgerichtet sein. Der Ackerboden braucht Zusätze wie Dünger, Ungezieferbekämpfung und Pflege. Er braucht Phasen der Stilllegung, sonst bringt er keine Erträge mehr. Ein Gebäude ist immer auch eine Baustelle – Schäden sind zu beseitigen, Sicherheit ist zu garantieren. Das braucht Trocken- und Ruhezeiten, in denen das Gebäude nicht oder nur beschränkt genutzt werden kann.
Wenn die Bilder von Feld und Haus für uns gelten sollen, dann auch mit der Ausgewogenheit zwischen Nutzen und Nützen. Es nützt keiner Gemeinde, wenn die vielen einsatzbereiten, engagierten und motivierten Mitarbeiter ausgepowert und nicht mehr belastbar sind. Dann stehen die Bilder nicht mehr für Wachstum und Stabilität.
Gute Arbeit braucht immer Unterstützung von außen. Nötige Hilfe und Wertschätzung zu gewähren, das ist die Aufgabe der gesamten Kirche. Vor allem aber braucht es die Zuwendung vom Eigentümer, dem Acker und Bau gehören, von Gott. Dazu gibt es zwei probate Ratschläge von Luther: „Ich habe heute viel zu tun, darum muss ich viel beten.“ Und: „Während ich hier mein gut Wittenbergisch Bier trinke, geht das Evangelium wie ein Platzregen über die Erde.“ Für welchen Satz Sie sich auch entscheiden, es ist immer richtig.
Die Autorin ist Pfarrerin i. R., aus Meiningen.
Autor:Online-Redaktion |
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