Epitaph im Magdeburger Dom wieder hergestellt
Letzte Kriegswunde geschlossen
- Mehrere Meter hoch ist das nun frisch restaurierte Grabdenkmal des Domherren von Arnstedt im Magdeburger Dom.
- Foto: Thomas Nawrath
- hochgeladen von Thomas Nawrath
Die letzte große Kriegswunde am Magdeburger Dom ist geschlossen: Jahrzehntelang lag das zerbrochene Grabdenkmal der Familie Arnstedt in einem Steinlager. Mit moderner Technik konnte es jetzt wiederhergestellt werden.
Von Thomas Nawrath
Magdeburg. 81 Jahre nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg ist das Grabdenkmal des Domherren Friedrich von Arnstedt (1548-1608) im Magdeburger Dom wieder hergestellt worden. Mit der Restaurierung des Epitaphs aus Sandstein, Alabaster und Marmor sei nun die letzte große Kriegswunde im Inneren der gotischen Kathedrale wieder geschlossen, teilte die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt anlässlich der Einweihung am 30. September in Magdeburg mit.
- Deer Vorsitzende des Fördervereins des Doms zu Magdeburg, Stephen G. Stehlii, vor dem wieder errichteten von Arnstedtschen Epitaph.
- Foto: Thomas Nawrath
- hochgeladen von Thomas Nawrath
Durch einen Bombentreffer am 2. März 1945 zerbrach das mehrere Meter hohe Grabmonument in mehr als 300 Bruchstücke, die eingelagert wurden. Da nur wenige historische Fotos und Beschreibungen existierten, stellte die Rekonstruktion nach Angaben der Stiftung eine besondere Herausforderung dar. In Zusammenarbeit mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg seien die erhaltenen Originalteile mittels Computertechnik gescannt und wie bei einem 3D-Puzzle zunächst digital zusammengefügt worden.
Moderne Technik hilft bei Restaurierung
Die seit 2019 laufende Restaurierung wurde erschwert, weil etliche Figuren und auch Teile der Inschriftentafel fehlten, hieß es. Deshalb seien in Übereinstimmung mit denkmalpflegerischen Vorgaben erstmals in einem historischen Monument fehlende Figuren, Ornamente und andere Teile im 3D-Druckverfahren hergestellt worden.
Die Gesamtkosten betrugen etwa 280.000 Euro, sagte der Vorsitzende des Fördervereins Dom zu Magdeburg, Stephen Gerhard Stehli: „Dieses Projekt ist ein Zeichen dafür, was viele schaffen, die gemeinsam etwas anpacken. Besonders war nicht nur die Größe der Aufgabe, sondern auch der Versuch, etwas fast völlig zerstörtes wiederherzustellen. Dass wir dabei neue Methoden anwenden konnten, machte das Ganze umso spannender."
- Stephen G. Stehli vom Förderverein hat die Rekonstruktion des Epitaphs mit angeschoben.
- Foto: Thomas Nawrath
- hochgeladen von Thomas Nawrath
Seit 2019 lief die Restaurierung des Epitaphs der Familie Arnstedt im südlichen Seitenschiff des Magdeburger Doms. Ermöglicht wurde das Projekt durch eine groß angelegte Spendenaktion des Fördervereins sowie öffentliche Zuwendungen durch das Land Sachsen-Anhalt, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Kloster Bergesche Stiftung und Lotto Sachsen-Anhalt.
epd / red
Autor:Thomas Nawrath |

Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.